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Verfasst am: 02.05.2008, 08:55 |
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| Zoba |
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Hi,
interessante Themen...
Bürgergeld/Grundeinkommen
Das wird notwendig werden, ob man will oder nicht. Dieses Thema muß von hinten aufgezäumt werden, wenn man es seiner Dringlichkeit nach verstehen will.
Arbeit (für Menschen) wird stetig knapper werden, Vorboten dafür haben wir jetzt schon (wer an die unsäglich schlecht gefälschten Statistiken der Politiker glaubt, der hat ein sehr dickes Brett vorm Schädel), aber in ein paar Jahren wirds richtig böse werden. Die Ursachen dafür sind bekannt und müßten jedem verständlich sein: seit Beginn der industriellen Revolution ist eines der Hauptziele wissenschaftlicher Entwicklung die, den Menschen aus den Produktionsprozessen zu entfernen. Mit dem gerade erfolgten Beginn der elektronischen Revolution ist dies in einem Ausmaß möglich geworden, der einen klaren Ausblick auf die Zukunft zuläßt.
Kleines Beispiel zum besseren Verständnis:
Vor 200 Jahren hatte ein Bauer, der 10 Milchkühe hatte und alleine arbeitete, bereits sein Limit erreicht, diese konnte er händisch versorgen, melken und füttern.
Vor 50 Jahren standen demselben Bauern dann Melkmaschinen (immer noch händisch anzulegen, zu betreiben und zu reinigen), sowie Traktoren, Mähmaschinen und neue Fütterungstechniken, sowie der breite Markt zum Futterkauf offen. Er hatte - ebenfalls allein - 50 Kühe.
Heute gibt es vollautomatisierte Milchfabriken, in denen mehr als 1000 Kühe stehen, die selbst zum Melkstand in einer langen Warteschlange laufen, denen dort von einem Techniker nur noch die Nippel an die Euter gelegt werden, im Vorlauf wurden die Euter bereits automatisch gereinigt und vorstimuliert. Futter wird per Chipsteuerung automatisch ausgeteilt, beladen werden die Verteiler nur noch 1 Mal im Monat, die Milch wird vollautomatisch weiterverarbeitet und die Technik ist gerade dabei, auch noch den einen Techniker aus dem Prozeß zu eliminieren, so daß am Ende nur noch jemand die Computer zu überwachen haben wird.
Diese elektronische Verautomatisierung gibt es zwischenzeitlich überall, man denke an die vielen Fräuleins vom Amt, die zwischenzeitlich von den Firmen ausgelagert wurden, weil die Sprachprogramme mittlerweile die Anrufe entgegennehmen und entsprechen vermitteln. Autofabriken gibt e schon, die mit wenigen Computertechnikern auskommen. Oder Computer, die Musik komponieren oder Schauspieler ersetzen.
Was früher 1000 Leute Arbeitskraft benötigte, benötigt heute nur noch höchstens 10 und bald nur noch 1 oder 2. Daß wir das bisher noch nicht in voller Härte zu spüren bekamen, liegt u.A. daran, daß die Märkte für die Produkte größer wurden, aber dieses Wachstum ist definitiv endlich.
Kurz - wir werden in sehr naher Zukunft weite, sehr sehr weite Teile unserer Arbeitsplätze endgültig und dauerhaft verlieren. Eigentlich nichts Schlechtes, denn war es nicht immer Traum der Menschen, mehr Zeit für Anderes zu haben?
Das klitzekleine Problem dabei ist, daß diese überflüssig gewordenen Menschen a) leben wollen (wozu sie Geld oder Naturalien brauchen) und b) daß Autos nach wie vor keine Autos kaufen.
Der Knackpunkt ist die Wertschöpfung und die Verteilung des Gewinns aus der Automatisierung.
Momentan ist es so, daß die Produzenten den Gewinn, den sie aus der Entlassung der Arbeitskräfte und der Nutzung der Automatisierung ziehen, zu großen Teilen selbst abschöpfen. Als sie noch wesentlich mehr Menschen beschäftigten, wurde ein Teil dieses Gewinns an diese Menschen ausgezahlt. Das ist bei den Maschinen gerade nicht mehr der Fall, im Gegenteil, die werden noch abgeschrieben, können rund um die Uhr arbeiten und bekommen weder Urlaubs- noch Weihnachtsgeld. Der Gewinn, die Wertschöpfung aus ihrer Arbeit landet postwendend in der Tasche der Produzenten, mehrt dessen Privat- und Firmenvermögen und wird auch über Aktien keineswegs vergleichbar vorherigen Arbeitslohns an die allgemeine arbeitsfähige Menschheit mehr abgegeben.
Dies ist ein Systemfehler im Rahmen der durch die elektronische Revolution eingeleiteten Systemänderung, der ohne Korrektur zum maximalen Crash führen wird, und das absolut zwangsläufig.
Man braucht nur darüber nachzudenken, was geschieht, wenn 50 oder 60 Millionen Menschen in diesem Land arbeitslos sind, der Staat diese nicht mehr alimentiert (weil er unter den momentanen gesetzlichen Verhältnissen dies nicht kann) und diese Menschen ganz einfach Hunger haben... Dürfte keinem mit etwas Phantasie und Menschenkenntnis gesegnetem Autoren schwerfallen.
Und das ist nur der eine Aspekt, ein anderer ist z.B. der Zusammenbruch des Wirtschaftssystems, der unweigerlich dann passiert, wenn die produzierten Waren keine Käufer mehr finden. Noch komplizierter wird es, wenn man sich so weit in die Materie einliest, daß man versteht, daß es einen weiteren immanenten Systemfehler im momentanen Geldsystem selbst gibt.
Egal wie man es dreht, es werden diese überflüssig gewordenen Menschen entweder versorgt werden müssen (denn sie haben dazu keine Möglichkeit) oder wir bekommen richtige Probleme. Aufzuhalten ist diese Entwicklung nicht, und es ist auch nicht möglich, alle und jeden in die Entwicklungsarbeit innerhalb der elektronischen Forschung einzubinden. Ebenso wird es kaum möglich sein, jeden in den Dienstleistungssektor einzubinden.
Will man also zumindest den nächstgelegenen GAU verhindern, dann muß schnellstens jenes wertgeschöpfte Geld abgezweigt werden, das dort erzeugt wird, wo Menschen überflüssig gemacht werden, und den Überflüssigen in dem Maß zugeteilt werden, daß sie davon wieder bequem leben können. Wie sie dann ihre Zeit verwenden, wird ein weiteres Thema sein, daß es zu lösen gilt, denn derzeit fährt dabei unsere Gesamtgesellschaft leider immer noch die falsche Ethik.
Übrigens wäre es heute schon möglich, ohne besondere Mehrkosten, ein auskömmliches Grundgehalt zu zahlen, wenn man dafür grundsätzliche Umstrukturierungen des Staatsapparats, aber auch des Steuerrechts vornähme (und nein, ich meine dabei gerade nicht das Götz Werner-Modell, das reine Augenwischerei ist). |
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_________________ Gruß,
Zoba
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"In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat." - Carl von Ossietzky |
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Verfasst am: |
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Verfasst am: 02.05.2008, 09:24 |
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| Zoba |
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Hi,
und zum Thema Singles und Kinder...
Bei ersterem halte ich unsere geänderte Anspruchshaltung für den wahren Hintergrund dafür, daß so viele Menschen allein leben. Viele davon sind eben jene, die auch früher allein geblieben wären, hätte es keine vorgeplanten Ehen, keine Mitgiften und keine kommerziellen Bündnisehen gegeben. So mancher und so manche, die nicht mit Esprit, Schönheit oder anderen Vorzügen gesegnet sind, konnten dies früher per Mitgift oder mit einem Stück Land oder der Aussicht auf eine kommerzielle Allianz wettmachen. Das gibts nicht mehr. Auch nicht, daß einem die Eltern irgendwann den Verlobten, die Verlobte vorstellten, mit einer nachfolgenden Heirat ohne Scheidungsmöglichkeit, die unausweichlich war.
Das wonach wir heute in einer Beziehung streben, das spielte früher kaum eine Rolle und ist zudem nur schwer erreichbar, auch und gerade unter heutigen Bedingungen.
Betrachte ich übrigens meine ehemaligen Oberstufenmitschüler, dann sind 90% derer, die überhaupt heirateten, bereits wieder geschieden, oftmals sogar das zweite oder dritte Mal.
Bei den Kindern sehe ich zum einen die oben beschriebene fehlende interpersonelle Unsicherheit als einen der Gründe an, aber auch das Anspruchsdenken der Arbeitgeber an die Ausbildung und Mobilität der Arbeitnehmer (die sich eben gerade wegen der niedrigen Löhne meist nicht mehr erlauben können, nur einen Geldverdiener in der Familie zu haben) und auch ganz konkret den Geldmangel in vielen Haushalten.
Es ist ein Leichtes zu behaupten, früher sei es auch so gewesen. War es eben nicht. Zum Einen konnte früher selbst in reinen Arbeiterfamilien ein Arbeitnehmer immer noch seine ganze Familie ernähren, zum Anderen war es absolut kein Problem für eine Ehefrau, bei finanziellen Engpässen einen Zusatzjob zu finden und auch auszuüben, die Omma oder Tanten/Onkels, die auf die Kids in der Zeit aufpaßten gabs zuhauf und Jobs ebenso.
Das ist alles heute schon lange nicht mehr der Fall und sehr viele merken spätestens nach dem ersten Kind, was sie an zusätzlichen Kosten haben und daß weitere Kosten eben nicht zu wuppen sind und belassen es ergo bei einem. Oder sie verzichten bereits im Vorfeld, wenn sie in Bekannt- oder Verwandschaft sehen, wie schlecht es vielen Mehrkindfamilien geht.
Hinzu kommen die bereits erwähnten negativen Auswirkungen, die Eltern seitens der Umgebung zu spüren bekommen, Vermietervorurteile sind da nur ein Aspekt. |
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_________________ Gruß,
Zoba
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Verfasst am: 02.05.2008, 10:23 |
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| wgbajohr (Moderator) |
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Hallo Zoba!
| Zoba hat Folgendes geschrieben: | |
Du hast erfreulich viele Punkte angesprochen, die ich genauso oder zumindest so ähnlich sehe; deshalb werde ich auch nur auf einige herausgepickte Details eingehen.
| Zitat: | Arbeit (für Menschen) wird stetig knapper werden,... seit Beginn der industriellen Revolution ist eines der Hauptziele wissenschaftlicher Entwicklung die, den Menschen aus den Produktionsprozessen zu entfernen.
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Siehst du einen Ansatzpunkt, diese Entwicklung umzukehren? Ich selbst sehe ihn und plädiere daher für eine wichtige Maßnahme: Den Unternehmen muss die Möglichkeit genommen werden, aus der Entlassung von Mitarbeitern Profit zu schlagen. Unternehmen zahlen keine Gehälter mehr an ihre Mitarbeiter. Statt dessen führen sie an den Staat eine vom Gewinn oder Umsatz abhängige Gebühr an den Staat ab. Dafür haben sie Anspruch auf eine gewisse Anzahl von Mitarbeitern. Ob sie ihren Anspruch nutzen oder nicht, sie haben keinen Vorteil, wenn sie weniger Mitarbeiter einstellen. Das mag dazu führen, dass weniger Geld in den technischen Fortschritt gesteckt wird, weil es sich für den Unternehmer nicht mehr so lohnt wie heute. Das hielte ich aber für keine negative Entwicklung, wenn der Mensch wieder etwas mehr in den Vordergrund rückt.
| Zitat: | | Der Knackpunkt ist die Wertschöpfung und die Verteilung des Gewinns aus der Automatisierung. |
Das Prinzip ist leider nicht neu. Bereits seit Langem sind es die Arbeitnehmer, die für die Unternehmen mit ihrer Hände Arbeit das erforderliche Kapital erarbeiten, das diese dann zum Wegrationalisieren der Arbeitnehmer brauchen.
| Zitat: |
Will man also zumindest den nächstgelegenen GAU verhindern, dann muß schnellstens jenes wertgeschöpfte Geld abgezweigt werden, das dort erzeugt wird, wo Menschen überflüssig gemacht werden, und den Überflüssigen in dem Maß zugeteilt werden, daß sie davon wieder bequem leben können. Wie sie dann ihre Zeit verwenden, wird ein weiteres Thema sein, daß es zu lösen gilt, denn derzeit fährt dabei unsere Gesamtgesellschaft leider immer noch die falsche Ethik. |
Das heißt, nicht nur die Menschen, die auf den Geldsäcken sitzen, müssen sich umorientieren, sondern auch wir anderen. Freiheit, Wohlstand kommt nicht von oben, sondern aus uns heraus.
Viele Grüße
Wolf-Gero Bajohr |
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Verfasst am: 02.05.2008, 11:28 |
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| Zoba |
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Hi,
nein, eine Chance, das umzukehren, sehe ich nicht. Die Vorteile von Maschinen(Computer)arbeit vs. Menschenarbeit sind zu groß, es geht dabei ja auch nicht nur ums Geld, Maschinen sind belastbarer, anspruchsloser usw..
Außerdem halte ich den Prozeß für an und für sich nicht schlecht. Wir arbeiten seit Beginn der industriellen Manufaktur MEHR als Menschen jemals davor arbeiteten, zeitlich gesehen. Noch im späten Mittelalter konnte sich jemand mit relativ geringen Wochenarbeitsstunden selbst bestens unterhalten, mit gering meine ich in der Tat 2-3 Tagen pro Woche. Erst als der Mensch vom Erwerb seines tatsächlichen Unterhalts (Nahrung, Kleidung, Wohnen) getrennt wurde, als er dafür Geld zwingend brauchte, erhöhte sich massivst die Wochenarbeitszeit.
Würde er also zum früheren Zustand zurückkehren, mit der ausgedehnteren Frei- und Mußezeit, hielte ich dies für nicht übel, im Gegenteil. Ich habe nichts dagegen, wenn Maschinen unsere Arbeit tun.
Was du ansprichst, ist eine Maschinensteuer, diese wiederum denke ich sollte kommen. Es wird die Produzenten nicht davon abhalten, die für sie weit einfacher zu nutzende Maschinenarbeit weiterzubetreiben.
In der Tat werden wir uns alle umorientieren müssen. Momentan ist die Religion dieser Gesellschaft die Arbeit und Arbeitsleistung, und zwar ist damit einseitig ausschließlich die Erwerbsarbeit gemeint. Das reicht bis zum kleinsten Arbeitnehmer, der sich über jene echauffiert, die Geld ohne Arbeit erhalten bzw. selbst bis hin zu den Arbeitslosen selbst, die sich noch schämen und schuldig befinden, weil sie keine Arbeit haben.
Dieses Wertesystem ist restlos überholt und wird fallen müssen. Wir werden zurückfinden müssen zu Werten, die wir früher bereits einmal hatten, und mit früher meine ich extrem weit zurückliegend, z.B. Mittelalter und davor. Damals war das Verhältnis der Menschen zur Arbeit an sich noch den Umständen angemessen. Diese Umstände werden wir wieder erhalten, ergo werden wir unser Verhältnis dem wieder anpassen müssen.
Nun plädiere ich nicht unbedingt wieder für große Mystik und Gottgläubigkeit, aber die freie Zeit muß wieder als wertvoll betrachtet werden und ihr Füllen, mit Nicht-Erwerbsarbeit, ebenso. Man kann sich auch einmal bei den wenigen verbliebenen Naturvölkern nach Rat umsehen, denn dort ist das Leben zu weiten Strecken gerade nicht von Erwerbsarbeit bestimmt, sondern von "Leben". Zudem gibt es weite Felder menschlichen Arbeitens und Schaffens, die seit Jahrhunderten unterdrückt wurden, durch den Zeitaufwand für Erwerbsarbeit und die aufgesetzte Arbeitsethik, die es wieder zu entdecken gilt. |
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_________________ Gruß,
Zoba
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Verfasst am: |
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Verfasst am: 02.05.2008, 18:18 |
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| wgbajohr (Moderator) |
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Hallo Zoba!
| Zitat: | | Die Vorteile von Maschinen(Computer)arbeit vs. Menschenarbeit sind zu groß, es geht dabei ja auch nicht nur ums Geld, Maschinen sind belastbarer, anspruchsloser usw.. |
Maschinen können zweifellos vieles besser als wir. Wir müssen allerdings dafür sorgen, dass nicht nur Unternehmer und Aktionäre die Vorteile davon haben, sondern vor allem die Arbeitnehmer.
| Zitat: | | Ich habe nichts dagegen, wenn Maschinen unsere Arbeit tun. |
Ungeachtet dessen, wie viel Stunden wir oder unsere Nachkommen arbeiten werden, bin ich gegen die strikte Trennung von Arbeitszeit und Freizeitbeschäftigung. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass die Art der Arbeit einen Arbeitstag zur Hölle oder zum Vergnügen machen kann. Mein Ziel lautet daher, jedem Arbeitnehmer einen Arbeitsplatz, der seinen Neigungen und Fähigkeiten angemessen ist.
| Zitat: | | Was du ansprichst, ist eine Maschinensteuer, diese wiederum denke ich sollte kommen. Es wird die Produzenten nicht davon abhalten, die für sie weit einfacher zu nutzende Maschinenarbeit weiterzubetreiben. |
Einsatz von Maschinen kann auf Dauer gar nicht verhindert werden, selbst wenn wir es wollten. Doch der Einsatz darf nicht zu einer Gewinnerhöhung beim Kapital und zur Entlassung von Arbeitnehmern führen. Deshalb zahlen Unternehmen praktisch eine Gehaltsgebühr, die vom Gewinn abhängig ist. Dafür haben sie dann Anspruch auf eine bestimmte Anzahl von Mitarbeitern. Entlassung oder Verzicht auf zustehende Mitarbeiter bringt keinen zusätzlichen Gewinn.
| Zitat: | | In der Tat werden wir uns alle umorientieren müssen. Momentan ist die Religion dieser Gesellschaft die Arbeit und Arbeitsleistung, und zwar ist damit einseitig ausschließlich die Erwerbsarbeit gemeint. Das reicht bis zum kleinsten Arbeitnehmer, der sich über jene echauffiert, die Geld ohne Arbeit erhalten bzw. selbst bis hin zu den Arbeitslosen selbst, die sich noch schämen und schuldig befinden, weil sie keine Arbeit haben. |
Hier setzen meine starken Menschen an, die in meiner Leistungsgesellschaft mit mehr Gerechtigkeit leben. Um von dem alleinigen Fortschritt auf finanziellem, wirtschaftlichem und militärischem Gebiet wegzukommen, werden meine Menschen an sich arbeiten, um charakterstark zu werden.
| Zitat: | | Man kann sich auch einmal bei den wenigen verbliebenen Naturvölkern nach Rat umsehen, denn dort ist das Leben zu weiten Strecken gerade nicht von Erwerbsarbeit bestimmt, sondern von "Leben". |
Ich bin überzeugt, dass starken Menschen, die ein realistisches Selbstwertgefühl haben, mehr einfällt, als sich Fußball oder Tennis im Fernsehen anzusehen, dass sie das größte ihnen gemachte Geschenk, nämlich die Entscheidungsfreiheit, verwenden, um zu denken.
Viele Grüße
Wolf-Gero Bajohr |
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