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Forum für Books on Demand bzw. BOD Autoren » Meinungspool » wgbajohr: Sind wir eine Gesellschaft von Singles? Gehe zu Seite 1, 2, 3  Weiter
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wgbajohr: Sind wir eine Gesellschaft von Singles?

BeitragVerfasst am: 23.04.2008, 17:14
wgbajohr (Moderator)
 
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Heimliche Erhöhung der wöchentlichen Arbeitszeit

Während Gewerkschaften die Arbeitszeitverkürzung als Ergebnis ihres unermüdlichen Kampfes für die Arbeitnehmer feiern, erheben Arbeitgeber bereits warnend ihre Stimme und behaupten, inzwischen werde zu wenig gearbeitet und der Standort Deutschland sei deshalb bedroht. Auch wenn sie es unterschiedlich werten, stimmen Gewerkschaften und Arbeitgeber augenscheinlich darin überein, dass die Arbeitszeit in den letzten Jahrzehnten wirklich verkürzt worden ist. Hält diese Einschätzung aber einer genaueren Prüfung stand?

Es gibt eine Erhöhung der wöchentlichen Arbeitszeit, über die offensichtlich niemand streitet, ganz so, als wäre sie real nicht vorhanden. Wie ist es dazu gekommen?

In den Fünfzigerjahren des Zwanzigsten Jahrhunderts betrug die tarifliche Arbeitszeit noch achtundvierzig Wochenstunden. Heute liegt sie bei vierzig Stunden oder sogar darunter.
Die reinen Zahlen scheinen die Aussage über Arbeitszeitverkürzung zu bestätigen.

Allerdings ist das nur eine der möglichen Betrachtungsweisen. Gehen wir davon aus, dass die Familie nach wie vor als erstrebenswerte Form menschlichen Zusammenlebens gilt, dann ergibt sich daraus eine andere Betrachtungsweise.

Ein wenig vereinfachend lässt sich nämlich behaupten, vor fünfzig Jahren habe das Einkommen eines durchschnittlichen Arbeitnehmers ausgereicht, um einer Durchschnittsfamilie einen ganz und gar durchschnittlichen Lebensstandard zu ermöglichen; heutzutage seien dafür jedoch bereits zwei Gehälter erforderlich.

Die Zeit, die heute erforderlich ist, eine durchschnittliche Familie mit einem Durchschnittsgehalt zu versorgen, ist auf das 1,7-fache gestiegen, von 48 Stunden auf 80 Stunden.

1. Ist die Familienarbeitszeit für uns heute überhaupt noch eine sinnvolle Größe? Das wäre dann, wenn die Familie weiterhin eine erstrebenswerte Form des menschlichen Zusammenlebens ist?

2. Oder haben wir uns inzwischen zu einer Gesellschaft von Singles entwickelt, in der kein Platz mehr für Kinder ist und damit auch die Familienarbeitszeit keine Rolle mehr spielt?

Viele Grüße
Wolf-Gero Bajohr


Zuletzt bearbeitet von wgbajohr (Moderator) am 23.04.2008, 18:42, insgesamt einmal bearbeitet

_________________
Die Veränderung der Welt beginnt bei jedem Einzelnen
Für etwas verantwortlich sein heißt, dieses Etwas beeinflussen können
http://www.leistung-und-gesellschaft.de/

Verfasst am:
 


BeitragVerfasst am: 23.04.2008, 17:38
hwg (Moderator)
 
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Interessantes Thema, worüber auch hierzulande diskutiert wird.

Ich selber bin zwar an keine Arbeitszeit gebunden (Selbstausbeuter! Wink ), trotzdem lehne ich die Forderungen
der Großunternehmer nach Arbeitszeitverlängerung ohne
Lohnerhöhung strikt ab.

Wie ja bekannt ist, steigen die Gewinne
der Kapitalisten rasant, die Einkommen der Arbeitnehmer da-
gegen stagnieren. sinken real sogar. Den Rest besorgt, besonders bei Minderverdienern, die Inflation.

Es hat zwar wenig Sinn, die "alten Zeiten" herbeizuwünschen, doch ich denke, die junge Generation wird, sobald sie in den Arbeitsprozess integriert werden will, sich gegen eine Situation wie derzeit zu wehren wissen. Die als "links" bezeichnete Politik ist dazu,
wie's scheint, (noch) nicht imstande. Ist ja auch kein Wunder, wenn "Rote" und "Schwarze" in einem Boot sitzen und offensichtlich in die falsche Richtung rudern.

BeitragVerfasst am: 23.04.2008, 17:48
mtg
Gast
 


Die größte Anzahl von Single-Haushalten gibt es in Großstädten, weil vielen - auch jungen Leute - die Abkehr von überkommenen oder überholten Sicherheitsbedürfnissen (Familie = Geborgenheit) in der Großstadt qua Anonymität leicht gemacht wird. "Auf dem Dorf" ist das nicht so einfach - da wird man ja auch schon von der Bewohnergewerkschaft geschnitten, wenn man nur einen Hauch aus den üblichen Lebenswegen ausbricht.

Dass das Single-Dasein aus der "Unfinanzierbarkeit" einer Familie herrührt, glaube ich nicht - bzw. glaube ich nicht, dass das ein bewusstes Argument ist. Viel wahrscheinlicher ist der fehlende Wille oder die fehlene Veranlassung, Verantwortung zu übernehmen.

Es lebe das "Peter-Pan-Prinzip"! Ich sehe es auch an mir: Ich bin, was Kleidung, Vorlieben, Hobbys oder Verhaltensweisen angeht, mit meinen fast 50 Jahren meinen Neffen und Nichten Anfang 20 viel näher, als es mein Vater in der vergleichbaren Altersstufe war. Die Gesellschaft hat sich in den letzten 10 Jahren rasanter entwickelt als in den letzten 100 Jahren davor - und die Abstände werden immer kürzer.

BeitragVerfasst am: 23.04.2008, 18:00
hwg (Moderator)
 
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Da ich außer meiner Pflegemutter, die für mich besser war, als es eine leibliche Mutter wahrscheinlich hätte sein können, keine Familie hatte, kann und will ich mich zu dem Thema nur insofern äußern, dass Singles für die Allgemeinheit finanziell meistens mehr beitragen (müssen), als Verfechter der "auch so heilen Familienwelt" vielleicht wissen.

Als Single zu leben heißt ja schon lange nicht mehr, etwas "absonderlich" zu sein. Allerdings, wenn Männer Single sind, wird von Verantwortungslosigkeit geredet, wenn Frauen es sind, von Emanzipation.

Und dass Familiengründungen sehr wohl von Einkommenssituationen abhängig sein können, höre ich beinahe täglich in Gesprächen mit Jung-Verliebten.

Politiker, besonders krass konservative, die andauernd Familienfeindlichkeit und Geburtenrückgang beklagen, erinnern mich
an unselige "Mutterkreuz"-Zeiten. Sollen solche wieder heraufbeschworen werden? Fast hat's den Anschein.

Verfasst am:
 


SPREADY.net - News and More

BeitragVerfasst am: 23.04.2008, 18:09
andihaller
 
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Zitat:
haben wir uns inzwischen zu einer Gesellschaft von Singles entwickelt, in der kein Platz mehr für Kinder ist


es gibt aber auch noch andere faktoren, die verhindern das es bei uns mehr kinder gibt:
- wer mehr als ein kind hat, gilt fast schon als assi
- geeignete wohnungen um "kinder zu halten" sind teuer und kaum zu bekommen
- "baby-, kinderlärm" wird nicht geduldet
- ich hab schon sätze gehört wie: "hätten sie einen hund, könnten sie die whg gerne bekommen, aber 2 kinder, hmm...
- warum kosten kita-plätze geld? das sollte nicht sein!
- kinder kosten geld, wer kann sich das heute noch leisten?
- die momentan steigenden lebensmittelpreise tun den rest Confused
- und wieviel arbeitszeit muß geleistet werden, um kinder zu ernähren, bzw. kindergerecht zu umsorgen? denn, muß ich viel arbeit leisten, um entsprechende knete herzuschaffen, fehlt mir die zeit um mich entsprechend ums kind zu kümmern. kinder kosten geld, benötigen aber auch viel zeit - das wiederspricht sich in sich selber.

schwieriges thema, das es eigentlich nicht geben sollte. kinder sind unsere zukunft!!!

gruß
andi

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Meine persönliche Linkempfehlung: http://www.hint-horoz.de

BeitragVerfasst am: 23.04.2008, 18:57
wgbajohr (Moderator)
 
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Hallo Hans!

hwg (Moderator) hat Folgendes geschrieben:


Zitat:
Interessantes Thema, worüber auch hierzulande diskutiert wird.

Ich selber bin zwar an keine Arbeitszeit gebunden (Selbstausbeuter! Wink ), trotzdem lehne ich die Forderungen
der Großunternehmer nach Arbeitszeitverlängerung ohne
Lohnerhöhung strikt ab.


Die Arbeitgeber nutzen die Gunst der Stunde und versuchen, ihre Geldsäcke noch mehr zu füllen.

Zitat:
Wie ja bekannt ist, steigen die Gewinne
der Kapitalisten rasant, die Einkommen der Arbeitnehmer da-
gegen stagnieren. sinken real sogar. Den Rest besorgt, besonders bei Minderverdienern, die Inflation.


Leider hast du recht.

Zitat:
Es hat zwar wenig Sinn, die "alten Zeiten" herbeizuwünschen, doch ich denke, die junge Generation wird, sobald sie in den Arbeitsprozess integriert werden will, sich gegen eine Situation wie derzeit zu wehren wissen.


Woher rührt dein Vertrauen?

Zitat:
Die als "links" bezeichnete Politik ist dazu,
wie's scheint, (noch) nicht imstande.


Mir scheint, dass die linken Parteien über ihre größte Schwäche nicht hinwegkommen: Sie schaffen es nicht, eine geeinte Front gegen die rechten Parteien aufzubauen. Die Rechten brauchen im Grunde gar nichts zu unternehmen, sie müssen nur abwarten, bis sich die Linken gegenseitig zerfleischen.

Viele Grüße
Wolf-Gero

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BeitragVerfasst am: 23.04.2008, 18:58
Claire
 
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@ Andi

Zitat:
kinder kosten geld, benötigen aber auch viel zeit - das wiederspricht sich in sich selber.


Das ist aber eine Sache, die seit Urzeiten so ist. Früher war es dennoch kein Hinderungsgrund.

@ Matthias

Zitat:
Viel wahrscheinlicher ist der fehlende Wille oder die fehlene Veranlassung, Verantwortung zu übernehmen.


Dies und eine große Portion Egoismus, die in unserer Gesellschaft immer mehr Überhand nimmt.

Einst war ich auch stolz darauf ein DINK (Double income no kids) zu sein. Heiraten? Ich nie! Kinder? Um Gottes Willen! Mein Spruch: Fahr einmal um die Mittagszeit mit dem Bus und du hast tausend Gründe, warum du keine Kinder willst.
Heute? Heute denke ich etwas anders. Leider ist es für mich zu spät.

Zitat:
Die Gesellschaft hat sich in den letzten 10 Jahren rasanter entwickelt als in den letzten 100 Jahren davor - und die Abstände werden immer kürzer.


Diese Feststellung habe ich neulich erst gemacht. Wenn ich mir meine Tanten angucke, die so um die Mitte 70 sind und meine Eltern, die Mitte 60 sind, dann ist da schon eine Riesenkluft. Auch wenn ich mich an meine Jugend zurückerinnere, da waren 50-jährige alt, haben so ausgesehen und sich so benommen. Heute ist das irgendwie anders, bei vielen jedenfalls. Die Gesellschaft unterliegt insgesamt einem rasanten Wandel. Die einzigen, die es nicht merken, sind unsere Damen und Herren in der Politik, die - mit Verlaub gesagt - immer noch so bescheuert aussehen und sich benehmen wie früher. Twisted Evil

LG Claudia

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LG Claudia
Jede Katze ist ein kleiner Druide! Sie leben im Hier und Jetzt. Wir sollten uns ein Beispiel daran nehmen! Wir müssen ja nicht unbedingt schnurren.

BeitragVerfasst am: 23.04.2008, 19:16
wgbajohr (Moderator)
 
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Hallo Matthias!

mtg hat Folgendes geschrieben:


Zitat:
Die größte Anzahl von Single-Haushalten gibt es in Großstädten, weil vielen - auch jungen Leute - die Abkehr von überkommenen oder überholten Sicherheitsbedürfnissen (Familie = Geborgenheit) in der Großstadt qua Anonymität leicht gemacht wird. "Auf dem Dorf" ist das nicht so einfach - da wird man ja auch schon von der Bewohnergewerkschaft geschnitten, wenn man nur einen Hauch aus den üblichen Lebenswegen ausbricht.


Der Zusammenhalt innerhalb einer Dorfgemeinschaft ist stärker als in der Stadt, mit allen Vor- und Nachteilen. Auf der einen Seite wirst du bei Schwierigkeiten aufgefangen, auf der anderen Seite ist der Druck manchmal sehr groß, wenn es um dörfliche Verhaltensregeln geht.


Zitat:
Dass das Single-Dasein aus der "Unfinanzierbarkeit" einer Familie herrührt, glaube ich nicht - bzw. glaube ich nicht, dass das ein bewusstes Argument ist. Viel wahrscheinlicher ist der fehlende Wille oder die fehlene Veranlassung, Verantwortung zu übernehmen.


Der Unwille, Verantwortung zu tragen, ist sicherlich ein häufiges Motiv. Wenn die Presse berichtet, dass Kinder der erste Schritt sind, unter die Armutsgrenze zu rutschen, dann wird das vermutlich auch im Hinterkopf mitspielen. Hinzu kommt auch noch die sexuelle Befreiung. Vor einigen Jahrzehnten gab es noch die Möglichkeit, Eltern oder andere Erwachsene wegen Kuppelei anzuzeigen. Die jungen Männer und Frauen hatten nur in Ausnahmefällen eine eigene Wohnung, sie wohnten entweder bei den Eltern oder möbliert. Der sexuelle Druck hat früher manch eine Ehe gestiftet, ebenso betätigte sich eine unbeabsichtigte Schwangerschaft. Heute ist das kein Thema mehr, sodass ein Motiv wegfällt.

Zitat:
Es lebe das "Peter-Pan-Prinzip"! Ich sehe es auch an mir: Ich bin, was Kleidung, Vorlieben, Hobbys oder Verhaltensweisen angeht, mit meinen fast 50 Jahren meinen Neffen und Nichten Anfang 20 viel näher, als es mein Vater in der vergleichbaren Altersstufe war. Die Gesellschaft hat sich in den letzten 10 Jahren rasanter entwickelt als in den letzten 100 Jahren davor - und die Abstände werden immer kürzer.


In diesem Ausmaß war mir das noch gar nicht bewusst.

Viele Grüße
Wolf-Gero

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BeitragVerfasst am: 23.04.2008, 19:28
wgbajohr (Moderator)
 
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Hallo Hans!

hwg (Moderator) hat Folgendes geschrieben:


Zitat:
will ich mich zu dem Thema nur insofern äußern, dass Singles für die Allgemeinheit finanziell meistens mehr beitragen (müssen), als Verfechter der "auch so heilen Familienwelt" vielleicht wissen.


Hast du bei deiner Rechnung berücksichtigt, dass Familien zukünftige Rentenzahler großziehen, von denen häufig die noch mehr profitieren, die keine Ausfallzeiten wegen der Kinder hatten?

Zitat:
Als Single zu leben heißt ja schon lange nicht mehr, etwas "absonderlich" zu sein. Allerdings, wenn Männer Single sind, wird von Verantwortungslosigkeit geredet, wenn Frauen es sind, von Emanzipation.


Zumindest in Großstädten kümmert sich niemand darum, ob jemand Single ist oder Familienvater.

Zitat:
Und dass Familiengründungen sehr wohl von Einkommenssituationen abhängig sein können, höre ich beinahe täglich in Gesprächen mit Jung-Verliebten.


Das wirft im Grunde kein gutes Licht auf unsere Gesellschaft.

Zitat:

Politiker, besonders krass konservative, die andauernd Familienfeindlichkeit und Geburtenrückgang beklagen, erinnern mich
an unselige "Mutterkreuz"-Zeiten. Sollen solche wieder heraufbeschworen werden? Fast hat's den Anschein.


Zu den Freiheiten einer -- nicht nur dem Namen nach -- Demokratie gehört, dass niemand in den Elternstand gezwungen werden darf. Das käme ja einer Fortpflanzungsgesellschaft gleich.

Viele Grüße
Wolf-Gero

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BeitragVerfasst am: 23.04.2008, 19:42
wgbajohr (Moderator)
 
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Hallo Andi!

andihaller hat Folgendes geschrieben:


Zitat:
haben wir uns inzwischen zu einer Gesellschaft von Singles entwickelt, in der kein Platz mehr für Kinder ist


Das war als Frage gedacht, leider hatte ich das Fragezeichen vergessen.

Zitat:
es gibt aber auch noch andere faktoren, die verhindern das es bei uns mehr kinder gibt:
- wer mehr als ein kind hat, gilt fast schon als assi
- geeignete wohnungen um "kinder zu halten" sind teuer und kaum zu bekommen
- "baby-, kinderlärm" wird nicht geduldet
- ich hab schon sätze gehört wie: "hätten sie einen hund, könnten sie die whg gerne bekommen, aber 2 kinder, hmm...
- warum kosten kita-plätze geld? das sollte nicht sein!
- kinder kosten geld, wer kann sich das heute noch leisten?
- die momentan steigenden lebensmittelpreise tun den rest Confused
- und wieviel arbeitszeit muß geleistet werden, um kinder zu ernähren, bzw. kindergerecht zu umsorgen? denn, muß ich viel arbeit leisten, um entsprechende knete herzuschaffen, fehlt mir die zeit um mich entsprechend ums kind zu kümmern. kinder kosten geld, benötigen aber auch viel zeit - das wiederspricht sich in sich selber.


Viele Habgierige jagen hinter Geld her, obwohl sie es gar nicht so dringend benötigen. Eltern, dazu zähle ich auch Alleinerziehende, brauchen Geld. Eltern sind in einer Zwickmühle. Ihre Aufgabe wird erheblich erschwert, wenn sie nicht ausreichend finanzielle Mittel haben. Jagen sie mit Hoffnung auf Erfolg dem Geld hinterher, dann fehlt ihnen Zeit für die Kinder. Arbeiten sie sehr viel, dann fehlt auch die Zeit ...

Zitat:
schwieriges thema, das es eigentlich nicht geben sollte. kinder sind unsere zukunft!!!


Das ist richtig. Viele geben es von sich, dass Kinder unsere Zukunft seien. Doch nur ein Bruchteil davon zieht Konsequenzen.

Viele Grüße
Wolf-Gero Bajohr

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BeitragVerfasst am: 24.04.2008, 06:49
hwg (Moderator)
 
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Hallo Wolf-Gero,

wie ich sehe, stimmen wir in den meisten Punkten überein, wenn auch aus unterschiedlichen Sichtweisen.

Worin sich mein Vertrauen in die kommende Generation hinsichtlich Veränderungen stützt?

Gegenfrage:
Wer sollte sich sonst dazu aufraffen? Zwar protestieren, wie im TV berichtet worden ist, in D die Rentner, aber das wird bei den Machthabern in Berlin oder gar in Brüssel kaum Eindruck schinden.

Bei uns erheben zwar die Obmänner der beiden großen Rentnerverbände von SPÖ und ÖVP ihre zarten Proteststimmchen, als ehemalige Spitzenpolitiker der zwei Parteien haben sie das nun eintretende Schlamassel allerdings mit vorbereitet.

Dass Singles mehr finanzielle Leistungen für das Staatssäckel erbringen, übrigens mitunter auch ledige Kinder zeugen ( Wink ), und somit die staatliche Familienpolitik mit unterstützen, ergibt sich auch durch höhere Steuersätze und weniger Absetzbeträge bei den Steuererklärungen.

Vielleicht gibt es in Zukunft doch auch eine staatliche Single-Förderung? Laughing

Gruß Hans (überzeugter Single).

BeitragVerfasst am: 24.04.2008, 10:35
wgbajohr (Moderator)
 
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Hallo Hans!

hwg (Moderator) hat Folgendes geschrieben:


Zitat:
Worin sich mein Vertrauen in die kommende Generation hinsichtlich Veränderungen stützt?
Gegenfrage:
Wer sollte sich sonst dazu aufraffen? Zwar protestieren, wie im TV berichtet worden ist, in D die Rentner, aber das wird bei den Machthabern in Berlin oder gar in Brüssel kaum Eindruck schinden.


Wenn sich jemand von einem Protest Erfolg versprechen will, dann kommen aus praktischen Gründen tatsächlich nur in Lohn und Brot Stehende infrage, dann möglichst auch noch die aus den besonders leistungsfähigen Jahrgängen. Wenn Rentner drohen, mag das zwar etwas für die Presse sein, aber bewirken können sie nicht viel. Womit sollen sie drohen, vielleicht damit, dass sie die Annahme der gewaltig erhöhten Rente verweigern?

Zitat:
Dass Singles mehr finanzielle Leistungen für das Staatssäckel erbringen, übrigens mitunter auch ledige Kinder zeugen ( Wink ), und somit die staatliche Familienpolitik mit unterstützen, ergibt sich auch durch höhere Steuersätze und weniger Absetzbeträge bei den Steuererklärungen.


Für Otto, den Normalfamilienvater, ist es nicht möglich, über Steuerklärung und absetzbare Beträge seinen finanziellen Aufwand erstattet zu bekommen. Mit den unehelichen Kindern wachsen natürlich auch zukünftige Rentenzahler heran. Eines sollten wir meiner Meinung nach unbedingt festhalten: Es geht hier nicht um das Erbsenzählen. Der Tatbestand, dass ein Familienvater weniger Euros in der Tasche hat als der durchschnittliche Single, ist nicht von vornherein ein Grund zum Klagen. Anders sieht es allerdings aus, wenn das Familieneinkommen die Armutsgrenze unterschreitet, und zwar nur der Kinder wegen.

Zitat:

Vielleicht gibt es in Zukunft doch auch eine staatliche Single-Förderung? Laughing


Wie könnte man Singles fördern?

Mal eine verrückte Idee aus meinem Buch: Wie wäre es, wenn wir jeden Bewohner unseres Staates zu einem finanziellen Single machen, indem wir jedem ein Grundgehalt zahlen, vom Säugling bis zum Hundertjährigen?

Viele Grüße
Wolf-Gero

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BeitragVerfasst am: 24.04.2008, 10:40
mtg
Gast
 


wgbajohr (Moderator) hat Folgendes geschrieben:
Mal eine verrückte Idee aus meinem Buch: Wie wäre es, wenn wir jeden Bewohner unseres Staates zu einem finanziellen Single machen, indem wir jedem ein Grundgehalt zahlen, vom Säugling bis zum Hundertjährigen?

Mit dieser These tingelt Götz Werner (dm-Drogeriemarkt-Chef) schon seit Monaten durch Talkshows und die Journaille - nur hat er bislang noch nicht wirklich erklären können, wie das finanziert werden soll. Kannst Du es?

BeitragVerfasst am: 24.04.2008, 11:28
Irrlicht
 
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Ich erinnere mich auch an die Idee vom Bürgergeld, schon vor Herrn Werner. Da ging es sogar mal um den fröhlichen Betrag von 1000 Mark. Und der Vertreter dieser Forderung hielt es für problemlos finanzierbar. Kurze Rechnung: 80 Mio Bürger x 500 Euro x 12 Monate = knapp 500 Millarden Euro, etwa der doppelte Staatshaushalt.

Problemlos finanzierbar? blink

BeitragVerfasst am: 24.04.2008, 11:34
hwg (Moderator)
 
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O doch! Mit der Finanzierung eines Grundeinkommens für jeden Staatsbürger hat sich schon vor etwa 50 Jahren der "Club of Rom",bestehend aus lauter angesehenen Wissenschaftern, befasst.
In Österreich ist man gerade dabei, ein Mindesteinkommen zu
fixieren.

Finanziert werden könnte es kostenneutral, so die Fachleute (die allerdings sicher nicht dem Turbo-Kapitalismus verfallen sind), durch eine Durchforstung sämtlicher jetzt vorhandener Sonderregelungen (Steuererleichterungen, Beihilfen, Förderungen etc.) und einen einigermaßen gerechten (fragt sich nur, wer sich dann wieder ungerecht behandelt sieht, wahrscheinlich die sehr Wohlhabenden) Umverteilungsprozess.

Da ein Grundeinkommen jedem Staatsbürger zustehen würde, also auch jedem Kind und jedem Millionär, ergäbe sich bei einem zum Gehalt hinzukommenden Betrag eine höhere Lohn- bzw. Einkommenssteuer-Zahlungsverpflichtung, wodurch bei Leuten mit geregeltem Einkommen bzw. ausreichend vorhandenem Auskommen das ausbezahlte Grundeinkommen wieder an den Staat zurückfließt. Das selbe würde auch für Pensionisten, deren Rente die Mindesteinkommensgrenze übersteigt, gelten.

Es gibt noch viele weitere Punkte, denen zufolge eine Mindestsicherung ohne Zusatzkosten für den Staat möglich wäre. Was fehlt, ist der politische Wille (jedenfalls derzeit noch, kein Wunder bei den den Wohlhabenden verpflichteten Parteien) und das Verständnis bei einem
großen Teil der diesbezüglich unwissenden bzw. oft falsch informierten Bevölkerung.
wgbajohr: Sind wir eine Gesellschaft von Singles?
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