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Verfasst am: 01.08.2007, 19:23 |
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| g.c.roth (Moderator) |
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| Anmeldedatum | 01.05.2007 | | Beiträge | 1692 | | Wohnort | Emden |
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Hallo Wolf-Gero,
deine Ausführungen kann ich gut nachvollziehen. Ein Wahnsinn, der da finanziert wird. Was dabei heraus kommen kann, sehen wir aktuell im Radsport. Von Sport kann keine Rede mehr sein. Junge Menschen die sich auf der Jagd nach Ruhm und Geld, zu Tode dopen lassen. Ich kann mir schon vorstellen wie verlockend das ist, wenn man die Möglichkeit bekommt, mit ein paar kleinen Tricks, die Leiter ganz empor zu klettern. Aber mit dem, was Sport eigentlich für uns sein sollte, nämlich Spaß an gemeinsamer körperlicher Bewegung. die auch noch der physischen und psychischen Gesundheit dient, hat das alles nichts mehr zu tun. Allerdings muss man sich fragen, ob man dann überhaupt im Sport noch Wettkampf zulassen kann. Denn jeder Wettkampf weckt den Ehrgeiz und sucht nach Möglichkeiten seine Mitkämpfer auszuschalten.
Du hast Recht, ein Postbote ist ebenso ein Hochleistungssportler, wie der Müllwerker und die Reinemachfrau. Bin da mit Dir der gleichen Meinung. Diese drei allein, haben in meinem Leben eine wesentlich wichtigere Aufgabe zu erfüllen, als irgendein Sportler.
LG Grete |
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Verfasst am: |
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Verfasst am: 03.08.2007, 00:09 |
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| wgbajohr (Moderator) |
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| Anmeldedatum | 08.04.2007 | | Beiträge | 572 | | Wohnort | Hamburg |
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Hallo Grete!
Als besonders deprimierend an dem Missbrauch des Begriffes Sport finde ich, dass vorrangig nicht die angeblichen Sportler verantwortlich sind, denn sie sind Schwächlinge, zu schwach, um ihrer Gier nach Besitz und Ehren zu widerstehen. Wir alle sind es mit unserer Bereitschaft, den Missbrauch hinzunehmen oder sogar zu bewundern.
Liebe Grüße
Wolf-Gero |
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Verfasst am: 03.08.2007, 00:29 |
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| wgbajohr (Moderator) |
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| Anmeldedatum | 08.04.2007 | | Beiträge | 572 | | Wohnort | Hamburg |
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1. Verantwortlichkeit 12
Fluchtversuche – ignorieren oder verschleiern der Verantwortlichkeit
Auch wenn sich jemand seiner Verantwortlichkeit stets bewusst ist und sich deshalb aufrichtig bemüht, alles, was seinem Einfluss ausgesetzt ist, in die Richtung zu lenken, die er vor seinem Gewissen vertreten kann, wird er dennoch nicht jedes Leid und Unrecht verhindern. Dessen ungeachtet ist er gut beraten, alle Möglichkeiten voll auszuschöpfen, schon um seiner selbst willen. Wie es aber einigen bereits grundsätzlich an Mut mangelt, sich schwierigen Aufgaben zu stellen, so schreckt sie die Last ihrer Verantwortlichkeit nicht minder. Daher ignorieren sie es häufig, dass sie für alles verantwortlich sind, was sie beeinflussen, zumindest beeinflussen könnten. Statt dem Gewissen Rede und Antwort zu stehen, versuchen sie, zu flüchten. Diese Fluchtversuche sind oft derart gut getarnt, dass sie gar nicht so leicht erkannt werden, nicht einmal von den Flüchtenden selbst.
Leugnen einer Schädigung
Zu den besonders beliebten Fluchtversuchen gehört es, zu leugnen, dass eine Schädigung überhaupt vorliegt. Wie beharrlich sich charakterschwache Menschen an einen Irrtum klammern können, zeigt der mehr als peinliche Versuch, den millionenfachen Mord an jüdischen Mitmenschen zu leugnen, trotz unanfechtbarer Beweise, wohlgemerkt. Zum Glück sind derartige Extremfälle nicht Teil der Versuchungen, gegen die der Mensch auf der Straße gewöhnlich anzukämpfen hat. Unser Augenmerk wollen wir deshalb bevorzugt auf solche Fluchtversuche richten, die harmlos wirken und deshalb ziemlich leicht zu leugnen sind.
Auf einen dieser Fluchtversuche stoßen wir, sobald das Gespräch auf die beängstigend große Arbeitslosenzahl kommt und die Frage aufgeworfen wird, ob es sich dabei überhaupt um ein gesellschaftliches Problem handelt. Unter den ihre Verantwortlichkeit Fliehenden finden wir jedenfalls nicht wenige, die genau das bestreiten. Überzeugt davon, es gebe genug Arbeit, sehen sie in der Arbeitslosigkeit allenfalls ein Problem der Arbeitslosen selbst. Wer Arbeit aufrichtig suche, so behaupten sie, der finde sie auch. Oberflächlich betrachtet ist die in diskriminierender Absicht gegen alle Arbeitslosen gerichtete Behauptung sogar richtig. Bestimmt könnte jeder, ohne lange nachdenken zu müssen, ein Dutzend Arbeiten aufzählen, die er gern jemandem übertragen würde, ohne ihn allerdings dafür zu bezahlen. Diese Bezahlung ist jedoch von entscheidender Bedeutung, schließlich darf kein Arbeitsloser seine Zeit damit vertun, nur nach irgendeiner Arbeit zu suchen. Der Tatbestand, dass eine Arbeit bezahlt wird, reicht allein aber noch nicht aus, vielmehr muss sie so entlohnt werden, dass ein Arbeitnehmer den eigenen Lebensunterhalt und gegebenenfalls den seiner Familie bestreiten kann. Uns mangelt es nicht an Arbeit, sondern an Arbeitsplätzen, die hinreichend bezahlt werden. Diesen Fehlbestand zu leugnen fördert die beruhigende Illusion, jeder Verantwortlichkeit enthoben zu sein. Arbeitslose als allein verantwortlich zu sehen mag verlockend bequem erscheinen, es ist jedoch nur ein scheinbarer Ausweg aus unserer Verantwortlichkeit. Dem einzelnen Arbeitslosen fehlt nämlich jede Möglichkeit, die erforderlichen Arbeitsplätze entstehen zu lassen, das kann nur die Gesellschaft als Ganzes.
Allzu leichtfertig und viel zu oft vernachlässigen wir den Unterschied zwischen den Fehlern, die ein Mensch begeht, und denen, die ihm eigen sind. Während jemand für all die Fehler, die ihm unterlaufen, verantwortlich ist, gehen die anderen oftmals auf Umstände zurück, die der Betreffende nicht verursacht hat und damit auch nicht zu verantworten braucht. Sehr wohl verantwortlich dafür ist dagegen jeder, der die Entwicklung eines Menschen beeinflusst, allen voran die Eltern. Ob Heranwachsende, um ein Beispiel anzuführen, unter sehr günstigen Bedingungen ins Berufsleben starten können oder im Gegenteil zahlreiche Hindernisse überwinden müssen, das hängt nicht zuletzt vom Einfluss der Eltern ab. Bei ihnen treffen wir auf eine weitere Gruppe von Menschen, die vor ihrem Verantwortlichsein zu fliehen versuchen. An allen als positiv angesehenen Seiten ihrer Kinder einen eigenen Anteil zu reklamieren und die weniger erfreulichen Seiten auf Einflüsse anderer zurückzuführen, hierzu neigen wohl mehr oder weniger alle Eltern; eben aus dem Grund wollen wir dieses Verhalten auch nicht überbewerten. Allerdings wird es dann bedenklich, wenn Eltern Umstände schlichtweg leugnen, obwohl sich diese ganz offensichtlich nachteilig auf die weitere Entwicklung ihrer Kinder auswirken.
Wen als Kind die Gewalt der Eltern daran hindert, das für sein Leben unverzichtbare gesunde Selbstvertrauen zu entwickeln, wer keine Gelegenheit erhält, seine Sichtweise auch einmal erfolgreich gegen die der Eltern zu vertreten, wem der Rest eigenen Willens rücksichtslos gebrochen wird, wer sich völlig unterordnen, sich der elterlichen Willkür geradezu ausliefern muss, um in der Familie, die er trotz allem seine Familie nennt, wenigstens geduldet zu werden, wer es also nie lernt, sich durchzusetzen, dem wird es als Erwachsenem mit größter Wahrscheinlichkeit schwer fallen, seinen Platz in der Gesellschaft zu behaupten. Um nicht bei jeder Gelegenheit und überall der Unterlegene zu sein, wird er sich, sofern es ihm überhaupt möglich ist, sofort von Menschen zurückziehen, sobald sich ihm die geringsten Schwierigkeiten zeigen. Beinahe zwangsläufig folgt daraus, dass er schließlich nicht nur die für ihn problematischen Menschen meidet, sondern auch alle anderen. Aus Mangel an Gelegenheit verlernt er es im Laufe der Zeit völlig, wie er unvoreingenommen auf Menschen zugehen kann, dabei ist es unerheblich, ob sie ihm nun feindlich gegenüberstehen oder ihn vielleicht sogar lieben.
Selbst von Rennwagen erwartet niemand, dass sie immer mit Höchstgeschwindigkeit fahren. Diese Rücksicht sollten wir auch gegenüber Kindern üben. Spüren sie das Wohlwollen ihrer Eltern aber nur, solange sie nach Perfektion streben und mit Höchstleistungen aufwarten, dann werden sie dieses kräftezehrende Verhalten mit großer Wahrscheinlichkeit als Erwachsene beibehalten. In vielen Berufen bedeutet jedoch eine solche Neigung zu Perfektion das Ende jeder Karriere, weil nämlich Perfektion keineswegs überall als das Optimum gilt. Dieses Prädikat gebührt nicht selten dem günstigsten Verhältnis zwischen Aufwand und Erfolg, zumal der Aufwand überproportional steigt, sobald man sich einer perfekten Lösung nähert. Wer, angetrieben von körperlichen Schmerzen und der Furcht, seine Existenzberechtigung zu verlieren, trotz allem versucht, perfekte Lösungen zu erreichen, der wird schnell erkennen, dass er anderen unterlegen ist, und zwar nicht obwohl, sondern gerade weil sie weniger Einsatz bringen und das Unvollkommene, womit die meisten zufrieden sind, in viel kürzerer Zeit und bei geringerer Anstrengung erreichen.
Um von vornherein dem Missverständnis vorzubeugen, wir wollten hier den Menschen das Wort reden, die für eigenes Versagen andere verantwortlich machen möchten, halten wir ausdrücklich fest, dass auch ein geschädigter Mensch für seinen beruflichen Werdegang mitverantwortlich ist. Ebenso eindringlich sollten wir uns jedoch vergegenwärtigen, dass einem Ergebnis meistens nicht anzusehen ist, wie viele und was für Schwierigkeiten zu überwinden waren. Gleich hohe Begabung vorausgesetzt, bereitet es dem von seinen Eltern ausreichend geförderten Menschen erheblich weniger Mühe, erfolgreich zu sein, als dem, der ohne Förderung auskommen muss.
Sanftmütige Menschen
Ob wir Menschen bewundern oder ablehnen, hängt häufig davon ab, wie groß wir ihre Stärke einschätzen. Einerseits können sogar ausgesprochen rücksichtslose und eben deshalb irrtümlich für stark gehaltene Menschen einer großen Schar Bewunderer sicher sein, andererseits muss ein sanftmütiger Mensch damit rechnen, auf Ablehnung zu stoßen. Uns erscheint dieses Verhalten auf den ersten Blick unverständlich; denn eigentlich wäre doch genau das Gegenteil zu vermuten, dass wir nämlich das meiden, was wir für gefährlich halten und was uns folglich ängstigt. Von sanftmütigen Menschen droht uns keine Gefahr; wir sollten ihnen daher wohlgesinnt sein oder ihnen wenigstens neutral gegenüberstehen. Psychologen interpretieren die Bewunderung angeblich starker Menschen für gewöhnlich als Versuch, sich mit ihnen gleichzusetzen, um auf diese Weise mögliche Ängste zu überwinden. Dieses als Identifizierung bezeichnete Verhalten erklärt, warum jemand sogar verabscheute Züge einer von ihm gefürchteten Person übernehmen kann, macht es also nachvollziehbar, wie es dazu kommen konnte, dass sich einzelne KZ-Häftlinge den Mithäftlingen gegenüber manchmal nicht weniger brutal und grausam gebärdeten als die Aufseher.
Die vorstehende Erklärung der Psychologen verdeutlicht uns, warum gerade schwache Menschen dazu neigen, mächtige Täter zu bewundern und deren ohnmächtige Opfer abzulehnen. Wir können auch unschwer nachempfinden, dass sich Menschen lieber mit einem Mächtigen identifizieren, als sich in der vertrauten Rolle eines machtlosen Durchschnittsmenschen zu sehen. Dass der sanftmütige und friedfertige Mensch zu den Machtlosen zählt, scheint für sie festzustehen. Selbst mit Ausnahmemenschen wie dem indischen Freiheitskämpfer Gandhi würden sie sich wohl kaum identifizieren wollen, hätte ihn nicht am Ende der Erfolg doch noch als einen der Mächtigen ausgewiesen.
Für den Vorbehalt sanftmütigen Menschen gegenüber gibt es noch eine weitere, allerdings eine weniger augenfällige Erklärung. Wir können in ihm nämlich den ausgesprochen gut getarnten Versuch erkennen, sich seiner Verantwortlichkeit zu entziehen. Weiter oben haben wir bereits erkannt, dass unser Mitverantwortlichsein für das Tun und Lassen anderer Menschen eine Hilfestellung einschließen kann. Ein starker Mensch, der seine Interessen rücksichtslos durchsetzt, der auf jedes erlittene Unrecht sofort aggressiv reagiert und nicht einmal davor zurückschreckt, sich dabei selbst ins Unrecht zu setzen, ein solcher Mensch ist offensichtlich auf unsere Hilfe nicht angewiesen: Wir können uns ruhigen Gewissens zurücklehnen. Ein sanftmütiger Mensch dagegen, der lieber Unrecht erduldet, als es Mitmenschen zuzufügen, gemahnt uns an unsere Pflicht zur Hilfeleistung. Bewusst vereinfachend und durchaus ein wenig provozierend, könnten wir jetzt behaupten: Einige lehnen den sanftmütigen Menschen ab, weil er ihre Ruhe und Bequemlichkeit stört.
Selbstgerechtigkeit
Nicht selten der Verzweiflung nahe, berichtet der eine oder andere aufrichtig um Verbesserung des menschlichen Zusammenlebens bemühte Mensch, wie entmutigend der Umgang mit einem in Selbstgerechtigkeit Befangenen sein kann. So unsinnig es sei, einem Analphabeten ein Drama von Goethe oder Shakespeare zum Lesen zu geben, so vergeblich sei es, einen selbstgerechten und Scheuklappen tragenden Menschen von den Symptomen eines Übels zu dessen Ursachen führen zu wollen. Was ein solcher Mensch nicht sehen will, das sieht er auch nicht und leugnet es demzufolge, völlig überzeugt davon, sein verfälschtes Bild von der Welt wäre dasselbe wie die Welt.
Nicht zufällig begegnen wir Selbstgerechtigkeit häufig in Begleitung von Rücksichtslosigkeit und einer mangelhaft ausgeprägten Fähigkeit zur Selbstkritik. Wer es vermeidet, zurückzusehen, also rücksichtslos vorgeht, der sieht auch nicht, was er alles anrichtet. Ist er überdies weder fähig noch bereit, sein Verhalten selbstkritisch zu prüfen, dann bestimmen letztendlich allein die von anderen verursachten Übel sein Weltbild. Das von ihm selbst verursachte Unheil bleibt dagegen unberücksichtigt. Rücksichtslosigkeit sowie der Mangel an Selbstkritik bringen sozusagen als Eltern in einer unheiligen Familie die Selbstgerechtigkeit hervor.
Wer fest davon überzeugt ist, nur anderen unterliefen Fehler und er selbst wäre fehlerfrei, ist eigentlich sogar konsequent, wenn er jede Mitverantwortung für das Leid und Elend anderer von sich weist, ganz zu schweigen von einer Mitschuld. Eine wahrhaft erschreckende Folge dieser Hybris ist aber, dass sein Einfluss auf unser Gemeinschaftsleben unter Umständen noch verderblicher ist als der so manches Gefängnisinsassen. Denn im Gegensatz zu dem rechtskräftig verurteilten Verbrecher, der seine persönliche Schuld und Verantwortlichkeit erkennt und deshalb bereit ist, sich zu bessern, erscheint eben dieser Gedanke dem Selbstgerechten völlig abwegig – was sollte er wohl auch verbessern, wenn er bereits jetzt alles richtig macht?
Endkontrolle
Gehen wir einmal rein hypothetisch davon aus, dass ein Betrieb die Mitarbeiter von der Endkontrolle abzieht, wenn er für ein bestimmtes Versandhaus produzieren will. Führt diese Maßnahme nun zwangsläufig zu Produkten minderer Qualität? – Nein, denn die Endkontrolle wendet sich dem zu prüfenden Werkstück erst zu, nachdem es bereits gefertigt worden ist. Sie kann es also prinzipiell nicht verhindern, dass Fehlerhaftes hergestellt wird, aber durchaus, dass es ungetrennt von den einwandfreien Produkten, als vollwertig angesehen, das Werk verlässt.
Obwohl es ohnehin schon den Rang einer Binsenweisheit einnimmt, wollen wir dennoch ausdrücklich festhalten, dass sich selbst bei größter Sorgfalt Fehler nie ganz vermeiden lassen. Umso mehr Bedeutung kommt daher der Art und Weise zu, wie wir mit Fehlern umgehen. Das gilt genauso, wenn wir uns dem Menschen selbst zuwenden; denn in zweifacher Hinsicht gleichen wir einem Fertigungsbetrieb. Auch uns unterlaufen Fehler, und wir verfügen ebenfalls über eine Endkontrolle. Sofern sie funktionstüchtig ist, sorgt sie dafür, dass wir Zusammenhänge erkennen, ein Urteil bilden und uns in unserem Handeln danach richten können. Diese Einrichtung wird Vernunft genannt.
Neben hoffentlich vielen guten Eigenschaften besitzen wir auch weniger gute, anders gesagt, fehlerhafte. Was an Üblem in uns aufsteigt, können wir nur in den seltensten Ausnahmefällen beeinflussen, aber das, was wir daraufhin als Handlung folgen lassen, unterliegt sehr wohl unserem Einfluss, und deshalb tragen wir dafür auch Verantwortung. Obwohl es an dieser Verantwortlichkeit gar keinen Zweifel gibt, versuchen dennoch einige, ihr zu entkommen, indem sie sich der Illusion hingeben, gleich gesinnte Mittäter könnten zu einer Minderung der Verantwortlichkeit führen. Innerhalb fanatisierter und hysterisierter Massen wähnen sie sich als harmlose Mitläufer und glauben allen Ernstes, für die Handlungen der Menge nicht verantwortlich zu sein.
Mitläufer sind keineswegs so harmlos, wie sie häufig hingestellt werden, sie sind die Ziegelsteine, aus denen Diktatoren ihre Machtgebäude errichten. Im Gegensatz zu den echten Steinen verfügen Menschen allerdings über Vernunft. Gewissermaßen in der Funktion einer Endkontrolle, erlaubt sie es ihnen, jede Entscheidung vor Verlassen des Gehirns zu prüfen. Entschließt sich jemand, mit anderen, die in seinem Namen Verbrechen begehen, mitzulaufen, dann ist er dafür mitverantwortlich. Lässt er sich von Fanatikern die eigene Vernunft betäuben, sodass sie ihn nicht mehr vor unüberlegten Handlungen bewahren kann, enthebt ihn das mitnichten der Verantwortlichkeit, er verzichtet lediglich auf die Möglichkeit, seinen Einfluss so auszuüben, dass er dann das Ergebnis vor seinem Gewissen vertreten kann.
Aus eigenem Antrieb verantwortlich handeln
Sofern überhaupt jemand ganz im Sinne des Gemeinwohls aufwächst, gehört er einer äußerst kleinen Minderheit an. Denn für gewöhnlich sind wir es doch selbst und einige uns nahe stehende Menschen, denen wir den höchsten Stellenwert zugestehen. Gleichwohl erkennt zumindest der nachdenkliche Mensch, dass sich etliche Schwierigkeiten im Miteinander der Menschen vermeiden ließen, fiele unsere Gewichtung weniger eindeutig aus. Dabei wäre keineswegs die völlige Umkehrung das ideale Ziel, es läge vielmehr dort, wo die Belange des Einzelnen gegen die Interessen anderer sorgfältig und fair abgewogen werden, wo der Einzelne bereit ist, auch einmal auf einen kleinen Vorteil zu verzichten, wenn er dadurch anderen größere Nachteile erspart. Sich immer bewusst, für alles, was er beeinflussen könnte, verantwortlich zu sein, prüft der Mensch sein Tun und Lassen nicht nur dahin gehend, ob es ihm selbst zum Nachteil gereicht, sondern auch, ob es anderen vielleicht ungerechtfertigt stark abträglich ist.
In einem Heranwachsenden das Wissen zu verankern, für alles verantwortlich zu sein, was er beeinflussen kann, das bezeichneten wir am Beginn dieses Abschnitts als das bedeutendste Erziehungsziel. Daraus erwächst Menschen, die Eltern sind oder zumindest der Elterngeneration angehören, die Pflicht, alles in ihrer Macht Stehende zu unternehmen, damit die Kinder spätestens beim Eintritt in die Welt der Erwachsenen dem Bild, das wir uns vom idealen Menschen machen, möglichst nahe kommen.
Dieser Mensch lässt sich nicht allein von Geboten und Verboten leiten, er handelt vielmehr aus eigenem Antrieb verantwortlich. Deshalb nutzt er von sich aus jede Gelegenheit, das Geschehen um sich herum so zu beeinflussen, dass das zu erwartende Ergebnis von seinem intakten Gewissen als gerecht und richtig akzeptiert wird.
Viele Grüße
wgbajohr
PS Vielleicht gebt Ihr mir einen kleinen Hinweis, ob Ihr an einem weiteren Thema interessiert seid. Zu bieten hätte ich: "Bereit und fähig, zu kritisieren". |
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Verfasst am: 04.08.2007, 05:17 |
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| wgbajohr (Moderator) |
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| Anmeldedatum | 08.04.2007 | | Beiträge | 572 | | Wohnort | Hamburg |
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Ein guten Morgen allen, die sich angesprochen fühlen!
Mit meinem letzten Beitrag ist der Diskussionsteil "Verantwortlichkeit" im Prinzip abgehandelt. Was jetzt noch fehlt, ist eine kleine Nachlese. Was mich natürlich besonders interessiert, ist eine Rückmeldung, ob und was Euch diese Diskussion gebracht hat. Seht ihr Verantwortlichkeit jetzt vielleicht mit anderen Augen?
Voraussichtlich in zwei Wochen werde ich die Diskussion über Verantwortlichkeit zusammenfassen, sodass auch die Kolleginnen und Kollegen, die bis jetzt einen Bogen um dieses Thema gemacht haben, Gelegenheit erhalten, sich mit den wichtigsten Punkten über Verantwortlichkeit auseinanderzusetzen.
Viele Grüße
wgbajohr |
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Verfasst am: |
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Verfasst am: 04.08.2007, 05:57 |
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| g.c.roth (Moderator) |
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| Anmeldedatum | 01.05.2007 | | Beiträge | 1692 | | Wohnort | Emden |
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Hallo Wolf-Gero,
ich bin auch weiterhin an Deinen Themen interessiert! Und bin gespannt auf Deine nächsten Ausführungen.
Meine Einstellungen haben sich zwar nicht dadurch verändert - wir sind uns ja auch in den allermeisten Punkten einig. Aber die intensive Beschäftigung mir dem Thema - vor allem schriftlich - lässt vieles auch wieder deutlicher werden und bewusster damit im Alltag umzugehen.
Von daher, kann ich Dich nur bestärken, nicht müde zu werden, bei Deinem Versuch, Menschen anzusprechen. Jeder Einzelne, den Du gewinnst, ist ein Erfolg in Richtung: Verantwortliches Miteinander!
LG Grete |
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Verfasst am: 04.08.2007, 10:13 |
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| Bärentante |
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| Anmeldedatum | 30.05.2007 | | Beiträge | 789 | | Wohnort | bei Frankfurt/M. |
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Zuerst einmal eine Entschuldigung dafür, dass ich erst jetzt reagiere, aber das war so viel Text, da muss man sich schon ein paar Minuten Zeit nehmen.
Ich bin bei der Lektüre immer an den sanftmütigen Menschen hängengeblieben, da ich momentan mit dieser Situation konfrontiert bin und viel darüber nachgedacht habe. Wie Du in Deinem Beispiel angeführt hast, hatte ich dadurch tatsächlich zusätzliche Arbeit und Verantwortung, die ich nicht wollte, die nicht eingeplant war, auf die ich keine Lust hatte, um das mal leger auszudrücken. Ich mag die Person sehr gerne, frage mich aber, ob das wirklich nur Sanftmütigkeit ist - oder Dummheit, Naivität, Bequemlichkeit oder Berechnung, genau diese Verantwortungsinstinkte bei den Mitmenschen hervorzurufen.
Dein angedachtes Thema "Kritisieren" klingt gut, ich bin damit immer sehr schnell und muss mich manchmal wirklich sehr beherrschen, nichts zu sagen. Ob ich selbst "Kritik" einstecken kann, da bin ich mir nämlich auch nicht so sicher.  |
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_________________ Liebe Grüße
Christel |
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Verfasst am: 04.08.2007, 10:29 |
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| hwg (Moderator) |
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| Anmeldedatum | 24.04.2007 | | Beiträge | 4013 | | Wohnort | A 8786 Rottenmann |
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Das Thema "Verantwortlichkeit" hat unser Kollege sehr ausführlich und lesenswert abgehandelt. Bin schon gespannt, wie bei diesem komplexen Thema die "Zusammenfassung" ausfallen wird.
Ich habe mir bei mehrmaligem Lesen der Beiträge gedacht, wie diese zivilisatorischen Überlegungen wohl unter den von unseren kapitalistischen Verhaltsweisen unbeleckten Naturvölkern gehandhabt worden sind und, glaubt man Expeditionsberichten, noch gehandhabt werden.
Nicht selten steigt in mir der Verdacht hoch, dass durch bewusstes wissenschaftlich verbrämtes Verkomplizieren natureigener menschlicher Verhaltensweisen, welche es trotz "Aufklärung" immer geben wird, eine Verunsicherung in den jeweiligen Gesellschaften herbeigeführt werden soll - ganz nach dem Motto "Hier die Guten, da die Bösen".
Die Verantwortlichkeit gegenüber seinem Nächsten ist gerade dort besonders ausgeprägt, wo die westliche "Zivilisation" (noch) nicht "zugeschlagen" hat. Oder? |
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Verfasst am: 04.08.2007, 11:30 |
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| Rita Hajak (Moderator) |
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| Anmeldedatum | 23.05.2007 | | Beiträge | 1612 | | Wohnort | Fehmarn |
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Hallo Wolf-Gero,
auch für mich ist dieses Thema "Brandaktuell". Da hast Du Dinge an die Oberfläche gebracht, über die man gar nicht nach dachte. Es lohnt auf jeden Fall, sich Gedanken zu machen, das Gelesene zu verarbeiten und immer wieder lernen, was man noch besser machen könnte. Aber wie schon gesagt, jeder hat seine Macken, ohne gleich ein schlechter Mensch zu sein. Man wird jedoch nachdenklich und orientiert sich vielleicht auch neu, wenn man einige Dinge begriffen hat.
Ich bin weiter dabei.
Schönes Wochende wünscht
Rita |
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_________________ „Fantasie haben heißt nicht, sich etwas auszudenken, es heißt, sich
aus den Dingen etwas zu machen.“
Thomas Mann
www.ritahajak.de Wieder mal neu |
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Verfasst am: 04.08.2007, 20:07 |
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| wgbajohr (Moderator) |
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| Anmeldedatum | 08.04.2007 | | Beiträge | 572 | | Wohnort | Hamburg |
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Hallo Bärentante!
Du schreibst:
| Zitat: | Ich mag die Person sehr gerne, frage mich aber, ob das wirklich nur Sanftmütigkeit ist - oder Dummheit, Naivität, Bequemlichkeit oder Berechnung, genau diese Verantwortungsinstinkte bei den Mitmenschen hervorzurufen.
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Dass jemand Sanftmütigkeit vortäuscht, um Hilfe zu erhalten, die Möglichkeit habe ich in meine Überlegungen nicht einbezogen. Auf jeden Fall beweist es, dass wir nicht nur im Theoretischen bleiben dürfen. Die Praxis spielt hier zwar nicht die Hauptrolle, aber sie spielt zumindest eine Rolle, und das dürfen wir nicht übersehen.
Die nächste Frage, die sich aus Deinem Hinweis ergibt, ist die Frage nach dem Einfluss eines Kreide fressenden Wolfes. Der Wolf muss die sieben Geißlein sehr gut kennen und vor allem wissen, dass sie auf sanfte Stimmen hereinfallen. Kann es sein – um zu Dir überzuleiten –, dass dieser vorgeblich oder tatsächlich Sanftmütige Dich sehr gut kennt und auf Deine Hilfsbereitschaft baut?
Hilfe sollte stets nur Hilfe zu Selbsthilfe sein, so hatten wir es herausgearbeitet. Wenn Du also sicher bist, dass dieser Sanftmütige in Wirklichkeit ein Wolf ist, der Kreide gefuttert hat, dann braucht er Deine Hilfe nicht. Das Problem – und damit stehst Du leider allein – ist, wie sicher Du Deiner Einschätzung bist. Als echter Sanftmütiger ist er auf Deine Hilfe zur Selbsthilfe angewiesen, als Wolf, der Kreide gefuttert hat, steckt hinter seinem Verhalten jedoch | Zitat: | | Dummheit, Naivität, Bequemlichkeit oder Berechnung | oder von jedem etwas. Aber es ist sehr schwer in einen Menschen hineinzusehen.
Viele Grüße
Wolf-Gero |
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Verfasst am: 04.08.2007, 21:20 |
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| wgbajohr (Moderator) |
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| Anmeldedatum | 08.04.2007 | | Beiträge | 572 | | Wohnort | Hamburg |
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Hallo hwg!
Du schreibst:
| Zitat: | Das Thema "Verantwortlichkeit" hat unser Kollege sehr ausführlich und lesenswert abgehandelt. Bin schon gespannt, wie bei diesem komplexen Thema die "Zusammenfassung" ausfallen wird.
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Vielen Dank. Es freut mich sehr, dass außer „meinen“ drei Damen noch jemand an dieser Diskussion interessiert ist. Ich behaupte zwar immer wieder, dass nicht die Anzahl, sondern die Qualität entscheidend ist – und das meine ich auch so. Aber wenn die Anzahl der Mitstreiter noch nicht einmal eine ganze Hand ausmacht, und das bei über vierhundert Forumsmitgliedern, dann kommt doch irgendwann die Frage, ob Aufwand und möglicher Erfolg in einem gesunden Verhältnis zu einander stehen. Wie Du aber erkennen kannst, bin ich noch immer dabei, was zu einem wesentlichen Teil auf „meine“ drei Damen zurückzuführen ist.
Über Naturvölker weiß ich leider zu wenig, als dass ich fundierte Äußerungen abgeben könnte. Dennoch, einige Sätze lassen sich sehr wohl aus allgemein Zugänglichem erschließen.
Natur und natürlich sind keine Synonyme für Gutes und gut. Ich denke dabei an die Menschenopfer, bei denen die beteiligten Täter und Zuschauer noch nicht einmal ein schlechtes Gewissen hatten. Auf der anderen Seite ist selbstverständlich nicht alles fortschrittlich, was unter dieser Bezeichnung daherkommt, wie Du es bereits andeutest.
Du schreibst:
| Zitat: | | Nicht selten steigt in mir der Verdacht hoch, dass durch bewusstes [ … ] Verkomplizieren natureigener menschlicher Verhaltensweisen[ … ] eine Verunsicherung in den jeweiligen Gesellschaften herbeigeführt werden soll … |
Ich glaube nicht, dass wir diesen Kräften zu Unrecht Absicht unterstellen, denn je verunsicherter eine Gesellschaft ist, desto leichter wird sie zum Opfer raffinierter Kapitalisten.
Du schreibst:
| Zitat: | Die Verantwortlichkeit gegenüber seinem Nächsten ist gerade dort besonders ausgeprägt, wo die westliche "Zivilisation" (noch) nicht "zugeschlagen" hat. Oder?
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Allerdings befürchte ich, dass dort die Unterscheidung zwischen Freund und Nichtfreund = Feind stärker ausgeprägt ist, als es für gewöhnlich in einer materialistisch verseuchten Gesellschaft der Fall ist.
Ohne Wenn und Aber lässt sich jedoch behaupten, dass die Fähigkeiten auf materiellem, wissenschaftlichem und wirtschaftlichem Gebiet erheblich schneller wachsen als auf dem Gebiet der Charakterbildung. Manchmal kommt es mir so vor, als hätte man Kinder bewaffnet, Kinder, die jetzt mit ihrem Spielzeug spielen wollen, es ausprobieren wollen. Da einige Kinder, wie zum Beispiel Bush, auch „herrliche“ Atomwaffen besitzen, betteln andere nun darum, ebenfalls zu den Habenden gehören zu dürfen.
Viele Grüße, eine gute Nacht und einen schönen Sonntag
wgbajohr |
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Verfasst am: 04.08.2007, 22:11 |
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| wgbajohr (Moderator) |
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| Anmeldedatum | 08.04.2007 | | Beiträge | 572 | | Wohnort | Hamburg |
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Hallo Grete!
Ich freue mich, dass Du weiterhin mitmachen wirst.
Du schreibst:
| Zitat: | | Aber die intensive Beschäftigung mir dem Thema - vor allem schriftlich - lässt vieles auch wieder deutlicher werden und bewusster damit im Alltag umzugehen. |
Das halte ich für einen sehr wichtigen Punkt. Solange ich mich nur gedanklich oder auch mündlich mit einem Problem auseinandersetze, laufe ich stets Gefahr, mich an einigen Ungereimtheiten vorbeizumogeln. Wenn ich jedoch etwas niederschreibe, dann gelingt es mir eigenartigerweise nicht. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass es viele Menschen nicht so negativ sehen, wenn einmal etwas Falsches gesagt wird, jedenfalls nicht so negativ wie etwas Falsches, das niedergeschrieben wird. Aus eigenem Erleben kann ich sagen, dass das Schreiben die Konzentration fördert, und ich kann jederzeit nachsehen, was ich vorher geschrieben habe. Das wiederum ermöglicht es mir, Wiederholungen zu erkennen. Wenn ich den gleichen Satz oder den fast gleichen Satz zum wiederholten Male niederschreibe, dann merke ich es irgendwann und kann unter Umständen neue Erkenntnisse daraus gewinnen. In Streitfällen oder auch bei psychosomatischen Schwierigkeiten kann es durchaus eine große Hilfe sein, sich einmal alles von der Seele zu schreiben. Es ist immer wieder erstaunlich, worüber der Schreiber alles stolpert.
Wir machen also weiter. „Fähig und bereit, zu kritisieren“, das ist wahrhaftig ein Thema, in dem erheblich mehr enthalten ist, als es auf den ersten Blick zu sein scheint.
Doch zunächst wollen wir die Verantwortlichkeit sauber beenden. Das heißt, ich muss mich ans Werk machen und die Zusammenfassung schreiben.
Liebe Grüße, eine wunderschöne und erholsame Nacht und einen unterhaltsamen Sonntag
Wolf-Gero |
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Verfasst am: 04.08.2007, 22:15 |
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| wgbajohr (Moderator) |
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| Anmeldedatum | 08.04.2007 | | Beiträge | 572 | | Wohnort | Hamburg |
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Hallo Rita!
Über Dein | Zitat: | | Ich bin weiter dabei | freue ich mich. Ich bin sicher, dass auch beim Kritisieren einiges zu finden sein wird, was die Gemüter erhitzt.
Du schreibst:
| Zitat: |
… jeder hat seine Macken, ohne gleich ein schlechter Mensch zu sein |
Vor allem dann kein schlechter Mensch, wenn die Arbeit an sich selbst fortdauert, dann besteht nämlich die Hoffnung, dass der Mensch in einem Jahr besser ist als der Mensch von heute.
Übrigens mit diesen Macken hast Du schon einen Hinweis auf ein weiteres Thema gegeben.
Aber eines nach dem anderen. Erst wird die Verantwortlichkeit sauber beendet, und dann stürzen wir uns auf das Kritisieren.
Doch bis dahin ist noch etwas Zeit; deshalb sende ich Dir erst einmal liebe Grüße, wünsche Dir eine erholsame Nacht und einen sonnigen Sonntag
Wolf-Gero |
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Verfasst am: 05.08.2007, 05:18 |
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| g.c.roth (Moderator) |
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| Anmeldedatum | 01.05.2007 | | Beiträge | 1692 | | Wohnort | Emden |
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Guten Morgen,
| Zitat: | | Solange ich mich nur gedanklich oder auch mündlich mit einem Problem auseinandersetze, laufe ich stets Gefahr, mich an einigen Ungereimtheiten vorbeizumogeln. Wenn ich jedoch etwas niederschreibe, dann gelingt es mir eigenartigerweise nicht. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass es viele Menschen nicht so negativ sehen, wenn einmal etwas Falsches gesagt wird, jedenfalls nicht so negativ wie etwas Falsches, das niedergeschrieben wird. |
Es liegt sicherlich auch daran, dass geprochene Worte schneller sind als geschriebene. Während man einen Satz aufschreibt, hat er viel mehr Zeit ins Bewusstsein zu steigen. Und damit entsteht die Möglichkeit seine eigenen Worte sofort zu hinterfragen. Beim Erzählen geschieht das zwar auch, da man sich aber für gewöhnlich in Gesellschaft befindet, wenn man spricht, würde wohl kaum jemand, einen gesprochenen Satz, immer noch einmal wiederholen, um ihn auf seinen Wahrheitsgehalt zu überprüfen und vielleicht noch zwei- bis dreimal umzuformulieren.
Wichtige Fragen / Entscheidungen, formuliere ich grundsätzlich schriftlich. Und oft genug, stelle ich dann fest, dass manche Dinge sich anschließend ganz anders darstellen, als anfangs vermutet.
Bin gespannt auf das Thema"Umgang mit Kritik". Mir jedenfalls hat von Haus aus niemand beigebracht, dass ich Kritik üben darf. Einstecken ja - und wie vernichtend Kritik sein kann, wenn sie unbedacht ist. Kann mir vorstellen, dass da einige ein Lied von singen können. Möglicherweise wächst bei dem Thema auch die Diskussionsrunde.
Auch Dir einen schönen Sonntag!
LG Grete |
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Verfasst am: 05.08.2007, 09:52 |
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| Rita Hajak (Moderator) |
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| Anmeldedatum | 23.05.2007 | | Beiträge | 1612 | | Wohnort | Fehmarn |
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Guten Morgen Wolf-Gero,
ich bin schon gespannt und freue mich auf die nächste Diskussion.
Ich kann Gretes Worte nur unterschreichen. Gesagt ist schnel | | | | |