 | wgbajohr: Wem müssen wir helfen? |  |
Verfasst am: 03.06.2007, 02:54 |
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| wgbajohr (Moderator) |
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Liebe Kolleginnen und Kollegen!
Unter Textvorstellung Prosa hatte ich bereits einen ähnlichen Beitrag eingestellt. Hier geht es jetzt aber nicht um eine Textvorstellung, sondern um eine Diskussion über unsere Pflicht, anderen zu helfen.
Die konkrete Frage bezieht sich auf das folgende Sprichwort:
„Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.“
Dass wir den Menschen, für den die Grube als Falle gedacht ist, vor einem Sturz bewahren müssen, wird wohl überwiegend als selbstverständlich angesehen, sogar ohne den ausdrücklichen Hinweis auf unsere Verantwortlichkeit.
Aber sind wir ebenfalls verpflichtet, dem zu helfen, der anderen eine Grube gräbt und nun selbst hineinzufallen droht?
Wie lautet Eure Antwort, und wie begründet Ihr sie?
Ich bin gespannt auf Eure Antworten und wünsche Euch einen erholsamen Sonntag
wgbajohr |
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Verfasst am: |
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Verfasst am: 03.06.2007, 11:51 |
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| hwg (Moderator) |
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"Edel sei der Mensch, hilfreich und gut"- wer kann das tatsächlich von sich behaupten? Eher trifft "Wie du mir, so ich dir" zu. Seltene Ausnahmen bestätigen die Regel.
Ich bin für "Was du nicht willst, das dir man tu', das füg' auch keinem andern zu". Sich auf "den Kopf scheißen zu lassen", ist allerdings nicht meine Absicht. Ein gewisses Maß an Widerstandsgeist muss wohl in jedem von uns erhalten bleiben. Selbst "Gutmenschen" lassen sich nicht alles gefallen.
In diesem Sinne - ein möglichst alle zufriedenstellendes Miteinander! |
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 | Re: wgbajohr: Wem müssen wir helfen? |  |
Verfasst am: 03.06.2007, 12:49 |
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| wgbajohr hat Folgendes geschrieben: |
Aber sind wir ebenfalls verpflichtet, dem zu helfen, der anderen eine Grube gräbt und nun selbst hineinzufallen droht?
wgbajohr[/size] |
Ich halte es mit der Aussage: "Jeder Mensch muss die heiße Herdplatte selbst anfassen".
Grüße
Siegfried |
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Verfasst am: 03.06.2007, 13:18 |
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| Bärentante |
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| Ich spreche eine leise Warnung aus. Wer mich kennt und versteht, wird die Sache überdenken. Wer nicht - na dann soll er doch fallen. |
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_________________ Liebe Grüße
Christel |
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Verfasst am: |
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Verfasst am: 03.06.2007, 13:51 |
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| wgbajohr (Moderator) |
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Verehrte Kolleginnen und Kollegen!
Um zu verhindern, dass die Diskussion ausufert und dann letztlich nichts mehr bringt, seien die Grenzen des Themas noch einmal aufgezeigt.
Es geht nicht um die Wertung einer Meinung oder eines Verhaltens, es geht auch nicht um eine Umfrage, wie viele sich so und wie viele sich anders verhalten.
Es geht lediglich um die Antwort auf die folgende Frage und um eine plausible, widerspruchsfreie Begründung der Antwort.
Sind wir verpflichtet, dem zu helfen, der andern eine Grube gräbt und nun selbst hineinzufallen droht?
Damit diese Eingrenzung nachvollziehbar wird, liefere ich eine hoffentlich plausible Begründung:
a) Wir sind für alles, was wir beeinflussen oder beeinflussen können, verantwortlich oder mitverantwortlich.
b) Wenn wir aber ohnehin verantwortlich sind, dann sollten wir das Geschehen auch in unserem Sinne beeinflussen.
c) Damit wir das aber können, müssen wir natürlich wissen, was in unserem Sinne ist.
d) Dieses Wissen erwerben wir nur dadurch, dass wir so lange über die Frage nach dem Warum nachdenken, bis wir sie beantworten können.
e) Die Regeln der Logik würde es zwar nicht verletzen, wenn sich jemand eingesteht, dass er nur deshalb so handelt, wie er handelt, weil er von der großen Masse nicht abweichen möchte. Er gesteht sich damit aber auch ein, dass er keine eigene Meinung hat.
f) Der zweite Sonderfall ist dann gegeben, wenn jemand ebenfalls so handelt wie die große Mehrheit, aber allein deshalb, weil er von der Richtigkeit überzeugt ist.
Während der eine jeden Schwenk der Masse unwidersprochen mitmacht, stimmt des anderen Verhalten nur so lange mit dem der Mehrheit überein, wie die große Mehrheit seine Überzeugungen teilt.
Dass sich bereits Zigmillionen für eine bestimmte politische Maßnahme aussprechen, sagt nichts darüber aus, ob die Entscheidung richtig oder falsch ist. Falsch kann selbstverständlich auch meine eigene gut begründete Entscheidung sein, aber es ist dann meine Entscheidung, und sie kann ich überdenken, indem ich die Fakten prüfe, die zu der Entscheidung geführt haben.
Es ist jetzt doch etwas länger als beabsichtigt geworden; deshalb noch einmal die Zusammenfassung:
Die Meinung anderer ist nie eine gute Richtschnur für unser Handeln, diese Aufgabe kann nur deren einleuchtende Begründung erfüllen.
Viele Grüße
wgbajohr |
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Verfasst am: 04.06.2007, 04:46 |
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| wgbajohr (Moderator) |
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Hoch geschätzte Mitmenschen im Autorenpool!
Nachdem ich Euch mit meiner ständig wiederholten Frage nach dem Warum bedrängt habe, könntet Ihr natürlich den Spieß umdrehen und mich fragen, warum ich so sehr auf dem Warum bestehe, genauer gesagt, warum ich die Antwort auf die Frage nach dem Warum unbedingt haben möchte. Da ich in Eurer Situation genauso handeln würde, will ich Euch die Gründe gern liefern.
1. Ich bekenne mich dazu, einer der oft bespöttelten Weltverbesserer zu sein.
2. Das Problem der meisten Weltverbesserer ist, dass sie nicht die Macht haben, einschneidende Verbesserungen durchzusetzen – was in etlichen Fällen wohl auch ganz gut ist, denn die Maßnahmen sind zunächst nur rein subjektiv betrachtet wirkliche Verbesserungen. Sollten einzelne Weltverbesserer doch in die Nähe der Machthebel geraten, vergessen sie sehr leicht ihre guten Vorsätze, weil für sie in der Situation der Machterhalt weit wichtiger zu sein scheint.
3. Völlig machtlos müssen Weltverbesserer keineswegs sein. Sie können sich an Menschen wenden, die von ihrer Tätigkeit her zu den geistigen Wegbereitern politischer und gesellschaftlicher Änderungen gehören. Hierzu zählen für mich Autoren, Schriftsteller und Dichter. Die politisch und gesellschaftlich engagierten Schreiber und natürlich Schreiberinnen sind erfahrungsgemäß mit all ihren Sinnen sehr dicht am Geschehen. Wenn es nun Weltverbesserern gelingt, die schreibende Zunft von seinen Vorstellungen zu überzeugen, dann übernehmen die Autoren, Schriftsteller und Dichter die Funktion eines Multiplikators.
4. Dieser mittelbare Weg der Verbesserungen hat den kaum zu überschätzenden Vorteil, dass die schreibende Zunft wie ein Filter arbeitet und dadurch die Spreu vom Weizen trennt. Was also zunächst wie eine Hilfsmaßnahme aussieht, stellt sich schließlich als die bessere Methode heraus, denn sie schützt uns davor, dass ein Mächtiger das durchsetzt, was nur er selbst für eine Verbesserung hält.
5. Damit das aber alles wirklich so laufen kann, ist von den Angehörigen der schreibenden Zunft nicht nur das Beherrschen ihres Schreibhandwerks zu verlangen, sondern auch die kritische Betrachtung aller Meinungen, vor allem der Meinungen, die wie ewige Wahrheiten daherkommen und deshalb auf jede Begründung verzichten.
Dass ich mich mit diesem Anliegen an Euch wende, sollte verdeutlichen, dass ich Euch zutraue, diese ehrenvolle Aufgabe anzunehmen und mit erforderlichem Engagement zu bewältigen.
Ich setze auf Euch.
Viele Grüße
wgbajohr |
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Verfasst am: 02.07.2007, 18:39 |
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| Rita Hajak (Moderator) |
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Hallo Wolf-Gero,
habe eben erst diese Zeilen gelesen. Du willst unbedingt eine Antwort auf die Frage:
| Zitat: | | Sind wir verpflichtet, dem zu helfen, der andern eine Grube gräbt und nun selbst hineinzufallen droht? |
Verpflichtet fühle ich mich überhaupt nicht. Das ist eine freie Entscheidung, die ein verantwortungsbewußter Mensch trifft.
Da ich keine Schadenfreude empfinde, werde ich selbstverständlich helfen. Ich helfe immer, wenn einer Hilfe braucht. Das ist mir angeboren oder auch anerzogen. Allerdings schützt meine Hilfe den Grubengräber nicht vor Strafe, falls er sich mit dem Grubengraben strafbar gemacht haben sollte.
Dies nur mal meine schnelle Antwort.
Gruß Rita |
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_________________ „Fantasie haben heißt nicht, sich etwas auszudenken, es heißt, sich
aus den Dingen etwas zu machen.“
Thomas Mann
www.ritahajak.de Wieder mal neu |
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Verfasst am: 02.07.2007, 18:45 |
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| Randall Flagg |
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das erinnert mich an "Wer andern eine Bratwurst brät, hat ein Bratwurstbratgerät" oder "wer andern eine Grube gräbt, hat ein Grubengrabgerät"
Ne jetzt mal im Ernst: Wenn jemand eine Grube gräbt und selbst droht hineinzufallen, sollte man zuerst die Situation analysieren, wie hart derjenige, der die Grube gegraben hat, wohl auf dem Grubenboden aufprallen würde. Würde es ein harmloser plumps sein, dann würde es mich kalt lassen, würde er aber mit dem kopf nach vorne Fallen und die Gefahr bestehen dass er sich den Schädel einschlägt, würde ich ihm natürlich helfen, ganz egal ob die Grube für wen anders war oder nicht... na ja, fast egal. |
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Verfasst am: 02.07.2007, 21:01 |
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| g.c.roth (Moderator) |
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| Anmeldedatum | 01.05.2007 | | Beiträge | 1733 | | Wohnort | Emden |
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Hallo Wolf-Gero,
schwierig zu beantworten die Frage. Da kommt man gefährlich nah an seine "dunklen Seiten" heran. Die lebt man ja für gewöhnlich nur mit sich selber aus. Theoretisch sollte man natürlich immer hilfsbereit sein. Aber praktisch wird das sicher situationsabhängig sein.
Wenn sich der Grubengräber in Lebensgefahr befindet, werden die meisten wohl doch zupacken und helfen, wenn sie können. Bei kleineren Blessuren wird man wohl eher zusehen und eine gewisse Schadenfreude genießen in der Hoffnung, dass der Grabende damit eine "Lehre für's Leben erhalten hat." Die Hemmschwelle zu helfen oder nicht zu helfen - hängt wahrscheinlich auch eng damit zusammen, ob es sich um einen erstmaligen oder einmaligen Grubengrabeversuch handelt, oder um jemanden der permanent Löcher buddelt für andere. Und davon,ob derjenige, der eigentlich in die Grube hätte fallen sollen, vielleicht Erlösung erfährt, wenn der Gräber sich selbst schädigt.
Aber wie gesagt, theoretisch wäre es das Beste, der Gräber holt sich durch seine Aktion blaue Flecken und sieht sein Fehlverhalten ein. Du wirst uns sicher erklären, weshalb wir auf jeden Fall helfen müssen, das ergibt sich aus Deiner These zur Verantwortlichkeit.
Vergiss aber nicht, die menschliche Natur! Allein die Tatsache, dass einem eine Grube gegraben worden ist, ist schon eine tiefe Verletzung, selbst dann, wenn keiner zu Schaden gekommen ist.
LG Grete |
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Verfasst am: 03.07.2007, 05:05 |
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| wgbajohr (Moderator) |
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| Anmeldedatum | 08.04.2007 | | Beiträge | 601 | | Wohnort | Hamburg |
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Liebe Kolleginnen und Kollegen!
Ich gehe davon aus, dass dieser Beitrag seine Leserschaft erreicht hat. Es wurden sogar einige Antworten mit Begründungen hinterlassen. Es hätten zwar mehr sein können, aber das ist ein anderes Thema. Jedenfalls möchte ich nicht versäumen, allen Lesern und insbesondere allen Schreibern zu danken. Ich möchte jetzt zum Abschluss auf die einzelnen Antworten eingehen.
Wie es theoretisch sein sollte, ist vermutlich ohnehin jedem klar. Da ist ein Mensch, der in Gefahr schwebt, ohne sich dessen bewusst zu sein. Er bedarf unserer Hilfe. Wir gehören zum Kreis der Verantwortlichen, und das bedeutet, wir haben die Pflicht, ihm Hilfe zur Selbsthilfe zu gewähren. Dass wir dem, für den die Grube gedacht war, lieber helfen, ist zwar nachvollziehbar, aber es ändert nichts an unserer Verantwortlichkeit.
In der Praxis sieht es eben doch etwas anders aus, wie ich auch Euren Beiträgen entnehmen kann. Immerhin unterscheidet Ihr zwischen den Fällen, wo der Gräber ernsthaft Schaden zu nehmen droht, und den anderen, wo nichts Bleibendes zu erwarten ist. Ihr begründet es mit der Gelegenheit, ihm eine Lehre zu erteilen. Ich will das keineswegs werten, zumal ich nicht sicher bin, ob ich mich in einer derartigen Situation völlig korrekt verhalten würde. Wir müssen dabei berücksichtigen, dass der Zeitfaktor eine Rolle spielt. Wir hätten in der Situation kaum Zeit, um über alles gründlich nachzudenken, wir werden voraussichtlich „aus dem Bauch heraus“ handeln. Der Bauch ist ein Unsicherheitsfaktor, er lässt sich kaum berechnen. Es kann also durchaus so sein, dass jemand spontan hilft, obwohl er sich nach gründlichem Nachdenken für das Erteilen einer Lektion entschiede. Auch das Gegenteil ist möglich.
hwg (Moderator) schreibt:
| Zitat: | | Ein gewisses Maß an Widerstandsgeist muss wohl in jedem von uns erhalten bleiben. Selbst "Gutmenschen" lassen sich nicht alles gefallen. |
Ich interpretiere das so, dass Du ihm eine Lektion erteilen willst. Du unterscheidest nicht zwischen relativ harmlosen Verletzungen und schweren, im Extremfall sogar Tod. Ist das richtig interpretiert?
dbs (Moderator) schreibt:
| Zitat: | | Ich halte es mit der Aussage: "Jeder Mensch muss die heiße Herdplatte selbst anfassen" |
Im Grunde könnte ich die Antwort an hwg kopieren.
Bärentante schreibt:
| Zitat: | | Ich spreche eine leise Warnung aus. Wer mich kennt und versteht, wird die Sache überdenken. Wer nicht - na dann soll er doch fallen. |
Bärentante spricht immerhin eine Warnung aus, offensichtlich ohne zu unterscheiden, ob die zu erwartende Verletzung leicht oder schwer ist.
Rita hajak schreibt:
| Zitat: | Verpflichtet fühle ich mich überhaupt nicht. Das ist eine freie Entscheidung, die ein verantwortungsbewußter Mensch trifft.
Da ich keine Schadenfreude empfinde, werde ich selbstverständlich helfen. Ich helfe immer, wenn einer Hilfe braucht. Das ist mir angeboren oder auch anerzogen. Allerdings schützt meine Hilfe den Grubengräber nicht vor Strafe, falls er sich mit dem Grubengraben strafbar gemacht haben sollte.
Dies nur mal meine schnelle Antwort. |
Für Rita gibt es offensichtlich in diesem speziellen Punkt keinen Unterschied zwischen Theorie und Praxis.
Randall Flagg schreibt:
| Zitat: | | Wenn jemand eine Grube gräbt und selbst droht hineinzufallen, sollte man zuerst die Situation analysieren, wie hart derjenige, der die Grube gegraben hat, wohl auf dem Grubenboden aufprallen würde. Würde es ein harmloser plumps sein, dann würde es mich kalt lassen, würde er aber mit dem kopf nach vorne Fallen und die Gefahr bestehen dass er sich den Schädel einschlägt, würde ich ihm natürlich helfen, ganz egal ob die Grube für wen anders war oder nicht... na ja, fast egal. |
Randall Flagg reagiert so, wie vermutlich der statistische Schnitt reagieren würde. Bei möglichen schweren Verletzungen helfen, im anderen Fall Lektion erteilen.
roth schreibt:
| Zitat: | Da kommt man gefährlich nah an seine "dunklen Seiten" heran. Die lebt man ja für gewöhnlich nur mit sich selber aus. Theoretisch sollte man natürlich immer hilfsbereit sein. Aber praktisch wird das sicher situationsabhängig sein.
Wenn sich der Grubengräber in Lebensgefahr befindet, werden die meisten wohl doch zupacken und helfen, wenn sie können. Bei kleineren Blessuren wird man wohl eher zusehen und eine gewisse Schadenfreude genießen in der Hoffnung, dass der Grabende damit eine "Lehre für's Leben erhalten hat." Die Hemmschwelle zu helfen oder nicht zu helfen - hängt wahrscheinlich auch eng damit zusammen, ob es sich um einen erstmaligen oder einmaligen Grubengrabeversuch handelt, oder um jemanden der permanent Löcher buddelt für andere. Und davon, ob derjenige, der eigentlich in die Grube hätte fallen sollen, vielleicht Erlösung erfährt, wenn der Gräber sich selbst schädigt.
Aber wie gesagt, theoretisch wäre es das Beste, der Gräber holt sich durch seine Aktion blaue Flecken und sieht sein Fehlverhalten ein. Du wirst uns sicher erklären, weshalb wir auf jeden Fall helfen müssen, das ergibt sich aus Deiner These zur Verantwortlichkeit.
Vergiss aber nicht, die menschliche Natur! Allein die Tatsache, dass einem eine Grube gegraben worden ist, ist schon eine tiefe Verletzung, selbst dann, wenn keiner zu Schaden gekommen ist. |
Grete scheint hin und her gerissen zwischen helfen und Lehre erteilen. Sie differenziert sogar noch stärker als alle anderen. Sie berücksichtigt, ob es ein einmaliges Graben ist oder die Tat eines „Seriengräbers“.
Ich danke Euch allen für Eure Beiträge, und zwar ohne Ausnahme. Mir ging es ja nicht darum, wie es theoretisch sein sollte, das weiß ich inzwischen, sondern darum, wie die Menschen vermutlich (!) reagieren.
Viele Grüße und einen schönen Dienstag
wgbajohr |
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