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Verfasst am: 25.11.2007, 14:41 |
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| Rita Hajak (Moderator) |
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| Anmeldedatum | 23.05.2007 | | Beiträge | 1669 | | Wohnort | Fehmarn |
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Da muss ich mich Zobas Ausführungen anschließen. Auch ich erinnere mich nicht irgendwelche Produkte, die duch Werbung angeprießen wurden, gekauft zu haben. Ich kaufe das was ich brauche und mir persönlich zusagt. Ich brauche keine Modetipps, denn ich trage was mich kleidet und nicht was gerade modern ist.
Was ich allerdings, wie schon erwähnt, befürworte, ist die Bekanntmachung von Preisreduzierungen, damit man sich rechtzeitig bevorraten kann.
Ich komme zu keinem anderen Ergebnis als: Ich kann auf Werbung verzichten bzw. ich ignoriere sie. Das ist nur eine persönlich Meinung und danach wurde doch auch gefragt, oder?
Bei Bücher sehe ich es eben anders, weil ich eine Lesaratte bin. Habe mir aber noch nie ein Buch aufschwatzen lassen.
Oder doch? Ja! Hans hat einmal das Buch "Die Schreibtischtäter" erwähnt, was ich dann für 1 EUR erworden habe.
Gruß Rita
Gruß Rita |
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_________________ „Fantasie haben heißt nicht, sich etwas auszudenken, es heißt, sich
aus den Dingen etwas zu machen.“
Thomas Mann
www.ritahajak.de Wieder mal neu |
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Verfasst am: |
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Verfasst am: 25.11.2007, 15:29 |
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| Zoba |
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| Anmeldedatum | 23.11.2007 | | Beiträge | 1308 | | Wohnort | Süden |
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Hi Amalia,
nee, da darfst du mir wirklich glauben. Ich bin gegen Werbung immun.
Das hat zum einen sicher damit zu tun, daß ich seit ewigen Zeiten freiberuflich tätig bin und selten viel Geld für mein Privatvergnügen zur Verfügung hatte. Wenn man Sachen nach dem Preis kauft, wird Werbung völlig irrelevant. Mich interessiert nicht wie weiß ein Mittel laut Werbung wäscht, ich kaufe das Waschmittel, das den geringsten Kilopreis hat. Mich interessiert nicht ob Wurst A oder B besonders fettarm ist, ich kaufe die, die im lokalen Supermarkt schmeckt und dabei günstig ist. Und nur weil die Edeka-Verkäuferin mit einem Affen kämpft und der Edeka-Verkäufer hinter einem Wagen herhechtet, gehe ich nicht zu Edeka, da ist es schlicht zu teuer.
Davon ab mache ich wahnsinnig viel selbst, von der Pike auf, und schätze dies ungleich mehr, als gekaufte Sachen.
Ich gehe nicht in ein Geschäft nur weil es Ausverkauf hat, ich kaufe nicht mal irgendwas nur weils grad im Ausverkauf ist. Was ich kaufe, ist in der Regel gezielt gesucht und ich brauche es gerade. Insofern betrachte ich es nicht als Reaktion auf Werbung, wenn ich sehe, daß in z.B. einer Reifenhandlung Ausverkauf ist und ich dort hingehe. Denn wenn ich das mache, weiß ich vorher schon, daß ich Reifen brauche und habe vorab bereits nachgeprüft, wo welche am günstigsten sind. Sind sie dort trotz Ausverkauf weniger günstig als anderswo, kaufe ich nicht, egal wie toll geworben wird.
Und wie man es einmal handhabt, macht man es eigentlich immer. Auch in Zeiten großer Aufträge, wenn das Geld lockerer sitzt, bestimmt dennoch keine Werbung, was ich kaufe. Ich wechsle nicht zu "Marken", nur weil ich grade könnte.
Selbst meine liebste Automarke ist kein Ergebnis von Werbung, sondern Er"fahrung" (im wahrsten Sinn des Wortes ).
Und neben der reinen Kostenrechnung, die bei mir immer abläuft, gibts natürlich auch noch den Gesichtspunkt, daß ich schon erkenne, wenn jemand versucht, mich über Bilder oder Worte zu manipulieren. Ich machs ja selbst oft genug.
Was Tips von Freunden betrifft, so kommts immer auf Kompatibilität an.
Wenn mir eine Freundin sagt, daß "die Taschen von Hermes" einfach toll sind, dann würde das nicht mal dann wirklich wirken, wenn ich mir die leisten kann, da ich z.B. einen Feintäschner in Freiburg kenne, dessen Taschen weit günstiger als die von Hermes sind und außerdem wesentlich besser verarbeitet und praktischer konstruiert.
Serviert mir eine andere Freundin jedoch Lammnüßchen und sie sind exzellent, dann frage ich schon wo die her sind. Da macht das Produkt dann Werbung in eigener Sache, aber als Werbung an sich würde ich das nicht ansehen. |
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_________________ Gruß,
Zoba
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"In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat." - Carl von Ossietzky |
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Verfasst am: 25.11.2007, 15:39 |
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| Zoba hat Folgendes geschrieben: | | Und nur weil die Edeka-Verkäuferin mit einem Affen kämpft und der Edeka-Verkäufer hinter einem Wagen herhechtet... |
Nur so am Rande: Wer sich so gut an eine Kampagne erinnert, der kann nicht immun gegen Werbung sein. Im Höchstfall könnte man sagen: "Sie beeinflusst nicht meine Kaufentscheidung." Zumindest nicht vordergründig.
| Zoba hat Folgendes geschrieben: | | Da macht das Produkt dann Werbung in eigener Sache, aber als Werbung an sich würde ich das nicht ansehen. |
Aber hier täte sie es (soll heißen: beeinflusst Werbung die Kaufentscheidung) - denn Mund-zu-Mund-Propaganda (bei Lammnüsschen im doppelten Sinne) ist ebenfalls Werbung und es steht nicht zu erwarten, dass beim nächsten eigenen Kochen ein anderer Lieferant ausgewählt wird, von dem man nicht weiß, welche Qualität er bietet.
Der Umgang mit den Reizen ist die Frage bzw. das Interessante an dieser Diskussion - nicht aber das vorgegebene immer gleiche Abspulen der alten Vorurteile. Insofern freue ich mich über alle die Beiträge, die persönliche Hintergründe haben - denn sie sind ehrlich und echt und - wie könnte es anders sein: im besten Sinne subjektiv.
Danke dafür!
Beste Grüße
Matthias |
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Verfasst am: 25.11.2007, 16:01 |
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| Zoba |
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| Anmeldedatum | 23.11.2007 | | Beiträge | 1308 | | Wohnort | Süden |
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Hi Matthias,
ich habe was Visuelles betrifft ein eidetisches Gedächtnis Leider bedeutet das auch, daß mir Schlechtes ebenso im Gedächtnis bleibt, wie Gutes. Ich analysiere auch ständig, das läßt sich bei mir nicht "abstellen".
An die Edeka-Werbung erinnere ich mich außerdem deshalb so gut, weil sie so ... hmm ... nun sagen wir mal, wäre ich überhaupt über Werbung beeinflußbar, dann nicht über diese!
Dein Begriff "Werbung" ist mir einen Tick zu weit gefasst. Wenn ich etwas probiere, z.B. Fleisch, und es schmeckt mir so gut, daß ich selbst davon haben will, dann ist das für mich kein Resultat von Werbung, sondern von Produktqualität. Produktqualität ist für mich aber eine ganz andere Telefonnummer.
Ob ich letztlich, oder ob ich nicht bei dem Metzger, der diese Lammnüßchen im Sortiment hat, kaufe, hängt sicherlich nicht von Werbung ab, auch nicht davon, daß es mir geschmeckt hat, sondern davon, ob ich Freunden oder mir diesen Luxus gönnen will. Im Zweifelsfall eines schmalen Geldbeutes gäbs stattdessen eventuell doch nur Salat.
Und ich wähle häufig Produkte, von denen ich zwar weiß was es ist, aber nicht weiß ob sie mir schmecken/zusagen oder nicht. Irgendwann ist bei allem ein erstes Mal. Wenn mir aber etwas zusagt, kaufe ich es auch wieder, es sei denn es ändert sich etwas an Leistung oder Preis.
Bei Mundpropaganda gebe ich dir recht, sie ist - im entferntesten Wortsinn - Werbung, aber sicher keine seitens des Produktherstellers aktiv betriebene Werbung. Mund-zu-Mund-Propaganda hat liegt dafür zu nahe am Thema Produktqualität und dem nicht unbedeutenden Satz, daß "gute Qualität keine Werbung braucht". |
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_________________ Gruß,
Zoba
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Verfasst am: |
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Verfasst am: 25.11.2007, 16:08 |
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| wgbajohr (Moderator) |
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| Anmeldedatum | 08.04.2007 | | Beiträge | 601 | | Wohnort | Hamburg |
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Hallo Hans!
| Zitat: | | das Bewusstsein bei den Konsumenten der beworbenen Sache (ver)ändern. Das erfordert jedoch viel Zeit. |
Manchmal kann es durchaus sinnvoll sein, die Realität zu verlassen: In einer anonymen Umfrage wird die Menschheit gefragt, was ihr Spitzenwunsch ist. Wie es der konstruierte „Zufall“ natürlich will, kommt heraus, dass alle Menschen denselben Wunsch haben. Jetzt kommt ein sehr mächtiges Wesen oder eine gute Fee und erfüllt der Menschheit diesen Wunsch, und zwar ohne Vorbereitung, also von heute auf morgen.
Wäre die Menschheit einmütig froh? Meine Vermutung ist, sie wäre es nicht, denn ihr fehlt die Zeit, sich auf die Veränderung vorzubereiten.
Der Widerstand gegen Veränderung ist tief in uns verankert. Er zeigt sich sogar dann, wenn das Ergebnis der Veränderung besser ist als das, was wir vorher hatten.
Herzliche Grüße
Wolf-Gero |
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Verfasst am: 25.11.2007, 16:12 |
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Hallo Zoba,
wenn Du Dich mit dem Thema näher befassen möchtest, empfehle ich das (mittlerweile wahrscheinlich vergriffene, aber in der Bibliothek ausleihbare) Buch von Hans Domizlaff "Die Gewinnung des öffentlichen Vertrauens". Was darin zu lesen ist, wird Dir Spaß machen, denn es verbindet Deine Auffassung mit der meinigen. Und dass es bereits Ende der 20er geschrieben wurde, merkt man auch nicht...
Mund-zu-Mund-Propaganda übrigens ist die älteste Form der Werbung und auch heute noch die wirkungsvollste - aber in der Mehrzahl nicht mehr zu bezahlen. Die letzten Reste davon kann man aber auch heute noch auf allen Marktplätzen der Welt besichtigen.
Schönen Sonntag!
Matthias |
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Verfasst am: 25.11.2007, 16:15 |
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| wgbajohr (Moderator) |
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| Anmeldedatum | 08.04.2007 | | Beiträge | 601 | | Wohnort | Hamburg |
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Hallo Amalia!
| Zitat: | | ich habe des öfteren ein Problem, deinen Ausführungen und Argumentationsketten zu folgen. |
Ohne Umschweife, Amalia, da triffst Du einen wunden Punkt. In meinem Bemühen, möglichst alles „wasserdicht“ zu machen, packe ich zu viel in einen Satz. Daran werde ich arbeiten. Ich fange gleich einmal mit dem von Dir ausgesuchten Beispiel an:
| Zitat: | Zitat:
Indem ich aber die oben erwähnte Abhängigkeit als Ursache mancher Übel in der Werbebranche identifiziere und deshalb dafür eintrete, eine Form zu finden, in der es diese Abhängigkeit nicht gibt, richte ich genaugenommen doch über die gegenwärtige Werbung, und mein Urteil ist auch pauschal, was es auch sein muss. Denn die Abhängigkeit ist auch dann gegeben, wenn das Endergebnis einmal so ausfallen sollte, dass es - auf den Sonderfall bezogen - nichts daran auszusetzen gäbe. |
Hans schrieb:
| Zitat: | Zitat:
Doch wie es nun einmal ist, der (die) Auftraggeber (Honorarbezahler) haben meistens "das letzte Wort". |
Das Werbeunternehmen und damit auch die einzelnen Mitarbeiter sind vom Auftraggeber abhängig.
Diese Abhängigkeit der Werbeunternehmen ist geeignet, moralische Bedenken der Mitarbeiter zu zerstreuen. Das halte ich für ein Übel.
Gibt es eine Möglichkeit ohne diese Abhängigkeit zu werben?
Selbst wenn das Produkt Werbung im Einzelfall nichts enthält, was moralisch bedenklich ist, bleibt die Abhängigkeit vom Auftraggeber.
Genau diese Abhängigkeit vom Auftraggeber ist das Objekt meiner Kritik.
Wir als Menschheit fliegen sogar zum Mond und noch weiter ins Weltall. Warum sollte es uns nicht möglich sein, eine Form zu finden, die ohne diese unschöne Abhängigkeit auskommt?
Viele Grüße
Wolf-Gero |
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Verfasst am: 25.11.2007, 16:22 |
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| wgbajohr (Moderator) |
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| Anmeldedatum | 08.04.2007 | | Beiträge | 601 | | Wohnort | Hamburg |
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Hallo!
In mehreren Beiträgen wurde etwas erwähnt, was für mich neu ist. Das ist somit ein Punkt, den ich in meine bisherigen Überlegungen nicht einbezogen habe. Werbung wird als eine Form der Unterhaltung gesehen und dementsprechend bewertet.
Ich muss zugeben, dass diese Seite der Werbung bei der von mir erdachten Nachfolgeform fehlt. Da bekäme man auf Nachfrage nur nüchterne Fakten geliefert.
Einige unter Euch haben an den Suggestivfragen Anstoß genommen.
Das kann ich im Prinzip gut verstehen. Ich habe mich anfangs auch über die angeblichen Marktanalyseumfragen geärgert, die mich telefonisch erreichten. Da werden exakt diese Fragen gestellt, auf die es nur eine einzige (ehrliche) Antwort gibt. Zum Schluss kommt dann die entscheidende Frage, die die Überleitung auf das eigentliche Anliegen der Anrufer vorbereiten soll: „Sitzen sie abends auch gern in netter Gesellschaft bei einem guten Glas Wein?“
Was ärgert uns eigentlich an diesen Fragen? Meine fast an Überzeugung grenzende Vermutung ist, dass wir zu oft erlebt haben, wie aus den Antworten auf diese simplen Fragen umfangreiche Aussagen gezaubert wurden, Aussagen, hinter denen wir nicht mehr stehen.
Es gibt aber auch die Fälle, in denen das Weiße wirklich nur weiß und das Schwarze tatsächlich nur schwarz ist. Das soll heißen, diese simplen Fragen sind in der Tat keine echten Fragen und gleichen insofern den Suggestivfragen. Das, was die Form einer Frage hat, soll vielmehr auf einen simplen Tatbestand hinweisen, also letztlich eine Aussage sein.
Möchte nicht jeder ein Arbeitsergebnis produzieren, das vor allem ihm selbst gefällt?
Selbstverständlich wird hier eine Zustimmung erwartet.
Falls es richtig ist, dass die Auftraggeber den Werbeunternehmen diese Freiheit nicht oder nur selten lassen, ist es dann nicht legitim, nach einer Alternative Ausschau zu halten, die das ermöglicht?
Viele Grüße
Wolf-Gero |
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Verfasst am: 25.11.2007, 16:27 |
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| Zoba |
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| Anmeldedatum | 23.11.2007 | | Beiträge | 1308 | | Wohnort | Süden |
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Hi Matthias,
nun ja - da kommen wir weit in den Bereich Wortdefinitionen hinein. Ich ziehe den Kreis um "Werbung" vermutlich etwas enger als du.
Diese Definition (Wikipedia) stimmt mit meiner weitgehend überein:
| Zitat: | | Werbung dient der gezielten und bewussten Beeinflussung des Menschen zu meist kommerziellen Zwecken. Der Werbende spricht Bedürfnisse teils durch emotionale, teils informierende Werbebotschaften zum Zweck der Handlungsmotivation an. Werbung appelliert, vergleicht, macht betroffen oder neugierig. |
Hier wird auch klar, warum Produktqualität für mich keine Werbung per definitionem ist. Es gibt keinen aktiven Werbenden, es ist keine Beeinflussung nötig, die Qualität des Produkts spricht für sich.
Und daß Marktweiber wohl die ersten Werber waren, klar!  |
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_________________ Gruß,
Zoba
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"In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat." - Carl von Ossietzky |
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 | @ Zoba |  |
Verfasst am: 25.11.2007, 16:31 |
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| Versailles |
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| Anmeldedatum | 22.05.2007 | | Beiträge | 836 |
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Deine Frage, ob Werbung überhaupt funktioniert, fasste ich als Aufforderung auf, über die Funktion von Werbung zu diskutieren und nicht zu erfragen, inwieweit sie bei dir nicht funktioniert. Habe ich wohl falsch verstanden?!
Jedenfalls habe ich deinen Standpunkt nun - dank der zahlreichen Beispiele - verstanden
Ich bin ein Mensch, der für visuelle Reize offen ist und (subjektiv) schöne Dinge gern lang und ausgiebig betrachtet. Bildende Kunst ist eines dieser "Dinge", ebenso Landschaften, schöne Gebäude, Buchtitel. Die Liste liesse sich gewiss sehr weit fortführen. Wenn mir der Nutzen einer Sache einleuchtet, sei es der Genuß - Gebrauch - Verbrauch, denke ich durchaus darüber nach, ob ich dieses Ding überhaupt brauche. Damit hat für mich eine Werbeaussage funktioniert - wie bei jedem anderen Menschen auch.
Letztlich ist es eben eine Frage, wie umfassend der Begriff Werbung in unserer Diskussion definiert werden sollte. Nur TV, oder auch Bilder in Zeitschriften, Empfehlungen...
EDIT: meine Frage hat sich mit deiner Antwort überschnitten
| Zitat: | | Nur so am Rande: Wer sich so gut an eine Kampagne erinnert, der kann nicht immun gegen Werbung sein | (Matthias) das ist mir auch aufgefallen - nichts für ungut, Zoba  |
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_________________ "carpe diem, quam minimum credula postero"
(Horaz, 65-8 v. Chr.)
www.comtesse-heloise.de
Autorenphoto von J. Nemeth, Photostudio Kannengiesser, 58095 Hagen |
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Verfasst am: 25.11.2007, 16:38 |
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Hallo Wolf-Gero,
auch wenn Du ja nicht mehr mit mir direkt kommunizierst, möchte ich zu Deinen Gedanken noch einmal Stellung beziehen.
| wgbajohr (Moderator) hat Folgendes geschrieben: | | Das Werbeunternehmen und damit auch die einzelnen Mitarbeiter sind vom Auftraggeber abhängig. |
Richtig. Dasselbe gilt für den Autor und den Leser, die Bäckereifachverkäuferin und die Kundschaft, den Arzt und den Patienten. An diesen Konstellationen scheint mir nichts Verwerfliches - warum sollte es dann plötzlich bei einer vergleichbaren Dienstleistung wie der Werbung verwerflich sein? Geld geben bzw. nehmen alle für ihre Leistung. Und nenne mir einen Bäcker, der Dir sagen würde "Öh ... das Mehl in diesem Brot war schon schlecht, aber man merkt es in der Menge ja nicht so..."
| wgbajohr (Moderator) hat Folgendes geschrieben: | | Diese Abhängigkeit der Werbeunternehmen ist geeignet, moralische Bedenken der Mitarbeiter zu zerstreuen. Das halte ich für ein Übel. |
Dies gilt ebenso, wenn Gammelfleisch verkauft wird, abgelaufene Ware umetikettiert oder der Verkäufer angehalten wird, minderwertige Ware anzupreisen. Oder - kurz gesagt: Diese Art von Abhängigkeit gibt es in allen Bereichen des Lebens. Warum kaprizierst Du Dich nur auf auf einen Bereich? Das halte ich für ein Übel, weil Du nur einen Ausschnitt beleuchtest - und damit alle anderen Formen der Abhängigkeit durch Nichterwähnung legitimierst.
| wgbajohr (Moderator) hat Folgendes geschrieben: | | Gibt es eine Möglichkeit ohne diese Abhängigkeit zu werben? |
Es gibt das Sprichwort: "Wo kein Kläger, da kein Richter." Sinngemäß darf ich auch sagen: "Wo kein Kunde, da kein Auftrag." Natürlich kannst Du ohne Abhängigkeit Werbung betreiben, indem Du alles selber machst. Dann bist Du allerdings auch abhängig, nämlich von Deiner Qualifikation.
| wgbajohr (Moderator) hat Folgendes geschrieben: | | Selbst wenn das Produkt Werbung im Einzelfall nichts enthält, was moralisch bedenklich ist, bleibt die Abhängigkeit vom Auftraggeber. |
Wer definiert, was moralisch bedenklich ist? Die Moral - oder das, was wir darunter verstehen - ist heute ebenso von einer allgemeingültigen Definition entfernt, wie sie es schon zu Ludwig Thomas Zeiten ("Moral") war.
| wgbajohr (Moderator) hat Folgendes geschrieben: | | Genau diese Abhängigkeit vom Auftraggeber ist das Objekt meiner Kritik. |
Dann kritisiere bitte Alles. Denn Deine Kritikpunkte finden sich in allen Teilbereichen des Lebens und der Gesellschaft.
Und zu guter (?) Letzt:
| wgbajohr (Moderator) hat Folgendes geschrieben: | | In mehreren Beiträgen wurde etwas erwähnt, was für mich neu ist. Das ist somit ein Punkt, den ich in meine bisherigen Überlegungen nicht einbezogen habe. Werbung wird als eine Form der Unterhaltung gesehen und dementsprechend bewertet. Ich muss zugeben, dass diese Seite der Werbung bei der von mir erdachten Nachfolgeform fehlt. Da bekäme man auf Nachfrage nur nüchterne Fakten geliefert. |
Irren ist menschlich, sprach der Igel und stieg von der Drahtbürste. Wenn alles im Leben nur nüchtern sein soll - was machen wir dann mit dem vielen Bier? Denke immer daran: Deine Meinung ist eine Meinung. Meine Meinung ist auch eine Meinung. Und dann kommen in diesem unserem Lande noch um die 80 Mio. Meinungen dazu, die sich irgendwie und -wo darum verteilen. Die wollen auch gehört werden ... Und wenn davon nur 5% nicht nach nüchternen Fakten dürsten, sondern nach emotionaler Ansprache, dann machst auch Du es genau diesen Menschen nicht Recht.
Beste Grüße
Matthias |
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Verfasst am: 25.11.2007, 16:52 |
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| Zoba hat Folgendes geschrieben: | Hi Matthias,
nun ja - da kommen wir weit in den Bereich Wortdefinitionen hinein. Ich ziehe den Kreis um "Werbung" vermutlich etwas enger als du. |
Das ist auch völlig okay. Jeder hat seine eigenen Auffassungen - und das ist, um mit einem Berliner Sprichwort zu reden, auch gut so. Auf diese Weise entsteht Pluralität, auf diese Weise entstehen Überzeugungen und was es nicht noch so alles an positiven Faktoren gibt.
Die einzige Widerrede, die ich hier mit Feuereifer führe, ist wider den Versuch, eine Meinung als allgemeingültig zu erklären. Und das sei mir im Sinne der Diskussionskultur auch gestattet.
Ich ziehe meine Definition allerdings in diesem Fall nicht aus Wikipedia (das mache ich sonst oft genug ), sondern beziehe sie aus beruflicher Erfahrung und meinen dort gehabten Erlebnissen. Was nicht heißen soll, dass ich die allein seligmachende Definition kennen würde...
Beste Grüße
Matthias |
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 | @ Wolf-Gero |  |
Verfasst am: 25.11.2007, 17:02 |
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| Versailles |
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| Anmeldedatum | 22.05.2007 | | Beiträge | 836 |
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Hallo Wolf-Gero,
freut mich, wenn sich da ein Formulierungs-Knötchen lockert
| Zitat: | | Das Werbeunternehmen und damit auch die einzelnen Mitarbeiter sind vom Auftraggeber abhängig. | das nehme ich jetzt aber mal ganz stark an. Immerhin existieren die Werbeagenturen ohne ihre Auftraggeber nicht, oder? Die Nachfrage bestimmt das Angebot - in JEDER Branche! Matthias hat es noch konkreter formuliert.
| Zitat: | | Diese Abhängigkeit der Werbeunternehmen ist geeignet, moralische Bedenken der Mitarbeiter zu zerstreuen. Das halte ich für ein Übel. | Das es generell ein Übel ist, wenn Abhängigkeit dazu führt, moralische Bedenken über Bord zu werfen, kann ich kaum widerlegen. Auch hier hat Matthias schon eine Antwort gepostet - die muss ich ja nicht wiederholen
| Zitat: | | Genau diese Abhängigkeit vom Auftraggeber ist das Objekt meiner Kritik | stellst du damit nicht den weltweit florierenden Markt in Frage, der sich aus dem einfachen Tauschhandel entwickelte?
Es gäbe wohl erst eine Lösung für dein "Problem", wenn die eigentliche Abhängigkeit in Gestalt des Gegenwerts (Geld) zur Leistung keine Rolle mehr spielte. Aber die Auswirkungen einer solchen Überlegung würden hier wohl viel zu weit führen.
Ich habe mich früher mal mit Star Trek auseinander gesetzt und die Vision Gene Roddenberrys betrachtet: zu welchen moralisch ehrenwerten Taten und vor allem - zu welchen LEISTUNGEN - wäre der Mensch in Koexistenz mit anderen Lebensformen fähig, wenn alle nur zur höheren Ehre des Wohls der Menschheit agierten? Es war paradiesisch, weil jeder alles zu jeder Zeit haben könnte, wenn er wollte = keine Abhängigkeit. Der Geist wäre frei von Neid, Habsucht und dem Streben nach Mehr und könnte kreativ sein. Wie schön!!
Und siehe da: in der Serie "Deep Space Nine" tauchten plötzlich irgendwelche hässlichen, Großkropferten auf, die Bezugskanäle für seltene Waren hatten und für diese Waren eine bestimmt Menge Latinum (so hiess das Zeug, glaube ich) verlangten. Und schon war wieder die Abhängigkeit geschaffen.
Da magst du dich drehen und winden, Wolf-Gero, aber ich fürchte, die Menschen können nicht ohne diese Abhängigkeit existieren. Wohin sie uns führt, steht vielleicht demnächst als These in einem anderen Thread.
Liebe Grüße
Amalia |
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Verfasst am: 25.11.2007, 17:07 |
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| hwg (Moderator) |
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| Anmeldedatum | 24.04.2007 | | Beiträge | 4206 | | Wohnort | A 8786 Rottenmann |
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Irgendwie ist eine Antwort für Dich Wolf-Gero hier nicht angekommen.
Manchmal spinnt die Verbindung zum Forum etwas...
Matthias hat ganz in meinem Sinn formuliert, was das Verhältnis zwischen Auftraggeber und "Vollstrecker" betrifft.
Vielleicht ist es besser, das Wort Abhängigkeit durch den Begriff "Teamwork" zu ersetzen. Denn einer allein, noch
dazu ein "Freelancer", wenn ich schon bei englischen Bezeichnungen bin,
kann ohne einen Partner (Auftraggeber, Kunde, Leser etc.) nicht
existieren - es sei denn, er ist Eremit und macht alles nur für sich
allein.
Das würde aber doch zumindest an die Grenze des Wahnsinns stoßen, oder? |
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 | @ Matthias |  |
Verfasst am: 25.11.2007, 17:08 |
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| Versailles |
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| Zitat: | | Denke immer daran: Deine Meinung ist eine Meinung. Meine Meinung ist auch eine Meinung. Und dann kommen in diesem unserem Lande noch um die 80 Mio. Meinungen dazu, die sich irgendwie und -wo darum verteilen. Die wollen auch gehört werden ... Und wenn davon nur 5% nicht nach nüchternen Fakten dürsten, sondern nach emotionaler Ansprache, dann machst auch Du es genau diesen Menschen nicht Recht. |
d'accord |
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