 | Winters Frauen |  |
Verfasst am: 06.06.2008, 11:42 |
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| ralph |
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| Anmeldedatum | 06.06.2008 | | Beiträge | 3 | | Wohnort | voerde |
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Titel: Winters Frauen
Autor: Ralph Evers
Interessen: Philosophie u. Psychologie, Geschichte u. Politik, Film, Literatur u. Kunst u.a.
Verlag: BoD
ISBN: 978-3-8334-6975-6
Seiten: 194
Preis: 12, 90
Der Autor über das Buch:
Mein "Erstling" ist ein merkwürdiges Ding, aber es gefällt den Leser/innen sehr (es sei denn, sie lügen mich alle an!). Insofern bin ich sehr stolz darauf, obwohl es bis jetzt eher ein Worst- als ein Bestseller ist. Denn was die Menschen mir über das Buch sagen ist das, was ein Schriftsteller hören möchte: es sei witzig, spannend, erotisch, es animiert Leute zum (Schnell)Lesen, die sonst nie über die ersten Seiten in einem Buch hinauskommen, manche wollen darin sehr genau ihre eigenen Erfahrungen wiedererkennen; und sogar, dass ich lange Sätze schreibe, stört sie nicht, denn es seien sehr gut lesbare lange Sätze. Dass das Buch in kein Genre passt, macht es nicht leichter, den Text zu bewerben, aber die Lektüre dafür umso interessanter.
Inhalt:
Der Inhalt ist einerseits nicht schwer zu verstehen: Ein (relativ) junger Mann steht zwischen verschiedenen Frauen und kann und will sich auch gar nicht entscheiden. Daraus ergeben sich mit der Zeit ziemlich groteske Verwicklungen. Außerdem erklärt er uns zwischendurch - meistens witzig-ironisch, manchmal auch pathetisch - die Welt, wie er sie sieht.
Andererseits nehme ich an, man muss das Buch gelesen haben, um sich wirklich etwas darunter vorstellen zu können. Denn es bietet für verschiedene Geschmäcker und Ansprüche etwas auf verschiedenen Ebenen: Es ist so eine Art Beziehungssatire und insofern sehr "locker" zu lesen, aber zugleich (wenn ich das sagen darf, ohne potentielle Leser/innen abschrecken zu wollen) "unter der Oberfläche" auch eine Art psychologisches und philosophisches Drama. Und gemäß Leser/innen/auskunft scheint es sogar als erotische Erzählung (Sex!!!) zu funktionieren, was mich besonders freut. Also traut Euch, das "merkwürdige Ding" zu lesen!
Kleine Leseprobe
Als ich meine Reise in den Süden antrat, fühlte ich mich, wie eine geladene Handfeuerwaffe sich fühlen müsste, wenn sie nur etwas fühlte. Mein Sexhunger machte mich unberechenbar und unkontrollierbar, vor allem für mich selbst. Vielleicht machte er mich sogar zu einer Gefahr für einen Teil meiner Umwelt, nämlich den weiblichen.
So traf ich in den Bergen ein und bezog Stellung in der Kurklinik. - Wenn ich sage "in den Bergen", dann mag das den meisten von Ihnen als eine übertriebene, weit hergeholte Formulierung erscheinen. Denn die Kurklinik lag ganz unten im Tal, obwohl sich allerdings die Berge auf drei von vier Seiten um den Ort herum erhoben, und zwar so stolz erhoben, dass es mir - mir wenigstens - so scheinen konnte, als sei ich in den Bergen - mir, der ich mein Leben fast vollständig in der Ebene verbracht hatte, wo meilenweit kein Hügel sich erhebt, ringsherum - und wenn sich doch einmal etwas erhebt, dann ist es eben nur ein Hügel, ein besserer Erdhaufen, sonst nichts. - Ich jedenfalls hatte den sehr bestimmten Eindruck, in den Bergen eingetroffen zu sein, und sollte ich mich dem zum Trotz in einem Tal befunden haben - was der Fall war -, so handelte es sich, ohne Zweifel, um ein Tal in den Bergen, ein Gebirgstal eben. Für mich ein unvergleichliches Erlebnis, so oder so. Ein erhebendes Erlebnis, sozusagen.
Gleich am ersten Abend verliebte ich mich.
Das mag wiederum überraschend klingen, um nicht zu sagen unglaubwürdig. Aber so war es eben. Alles, was sich überhaupt ereignete, ereignete sich mit einer Geschwindigkeit, Zügigkeit und Folgerichtigkeit, die auch mir selbst bis dato unbekannt gewesen waren - mit einer gewissen unvorhergesehenen Wucht und Durchschlagskraft, als sollten Jahrzehnte des Stillstands innerhalb von Stunden - oder maximal von Wochen - wettgemacht werden. Es war, als hätten die Berge unsere menschlichen Schicksale inspiriert, durch ihre Größe und Erhabenheit - oder als hätten sie uns hier unten eingekesselt, in ihrem Gebirgstal, wie unter einem Brennglas. Alles geschah überlebensgroß schnell, überlebensgroß intensiv und überlebensgroß kraftvoll. Wie entfesselt, gleichsam gewalttätig. - Dass überhaupt etwas geschah, war im Übrigen schon überlebensgroß, wie ich meine.
Es handelte sich um eine Frau meines Alters - also Anfang dreißig -, goldblond, mit ebenmäßigen, feinen Gesichtszügen, schlank, so elegant gekleidet, dass man ihr gleichermaßen Geschmack und Barvermögen zuschreiben musste. In einem Wort: Sie bot eine blendende Erscheinung, und ich war geblendet. Es überraschte nicht, dass sie von Menschen umgeben war, die ihre Nähe suchten, Menschen, die mit ihr in Speisesaalgespräche verwickelt waren - Männer und Frauen -, weil sie mit ihr in Speisesaalgespräche verwickelt sein wollten. Sie war, kurz gesagt, vollkommen - und vollkommen unerreichbar.
Das Erste, was ich dachte, als ich sie am quer gegenüberliegenden Ende des Speisesaals am Kopfende ihres Tisches sitzen sah, war nicht: Ich liebe sie, sondern: Sie sieht haargenau so aus, wie die Art von Frau, in die ich mich verliebe. - Natürlich weiß ich nicht, in was für eine Art von Frau ich mich verliebe. Niemand weiß das. Es ist ein Geheimnis. Aber ich behielt recht - denn als ich es dachte, war es schon um mich geschehen.
Ich hatte mich auf den ersten Blick verliebt, wie immer, wenn ich mich verliebe. - Manchmal wird von gewissen Menschen die Frage aufgeworfen, ob die Liebe auf den ersten Blick existiert oder nicht - von Menschen, die die besagte Liebe offensichtlich noch nicht erfahren haben. Diese Frage und die sich daran gemeinhin anschließenden Diskussionen erschienen mir immer schon unwirklich, gleichsam gespenstisch - denn ich kenne gar keine andere Liebe als die Liebe auf den ersten Blick, ich würde sagen, es gibt gar keine andere, und wenn doch, dann ist es vielleicht eine Schrumpfform dessen, was ich kenne. Aber vielleicht meinen wir auch nicht dasselbe, wenn wir sagen "Liebe", die anderen und ich. Ich für meinen Teil kenne nur die Liebe auf den ersten Blick, sonst keine: groß, berauschend, überwältigend - und unerfüllt. (...) |
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Zuletzt bearbeitet von ralph am 09.06.2008, 11:06, insgesamt 8-mal bearbeitet |
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Verfasst am: |
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Verfasst am: 06.06.2008, 11:50 |
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| LOFI (Moderator) |
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| Anmeldedatum | 29.04.2008 | | Beiträge | 2877 |
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Willkommen im Pool Ralph,
hört sich ganz interessant an. Bin selber Belletristik Autor und würde dein Werk spontan auch in diese Sparte einstufen. Magst du vielleicht eine Leseprobe hier einstellen oder gibt es die irgenwo vielleicht schon?
Viel Erfolg beim Buchverkauf
Gruß
Lorenz |
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 | Re: Winters Frauen |  |
Verfasst am: 06.06.2008, 11:53 |
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| LOFI (Moderator) |
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| Anmeldedatum | 29.04.2008 | | Beiträge | 2877 |
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| ralph hat Folgendes geschrieben: |
obwohl es bis jetzt eher ein Worst- als ein Bestseller ist. |
Was nicht ist kann ja noch werden.
Gruß
Lorenz |
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Verfasst am: 06.06.2008, 12:07 |
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| floatexpert |
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| Anmeldedatum | 16.03.2008 | | Beiträge | 207 | | Wohnort | Singen |
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Hallo Ralph,
auch von mir ein herzliches Willkommen hier in unsere illustren Gesellschaft.
Viel Erfolg für dein Buch (kann mich LOFI nur anschliessen:Hört sich interessant an)
Liebe Grüße
Viola |
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Verfasst am: |
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Verfasst am: 09.06.2008, 11:01 |
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| ralph |
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| Anmeldedatum | 06.06.2008 | | Beiträge | 3 | | Wohnort | voerde |
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Hallo Lorenz und Viola,
schönen Dank für Eure Willkommensgrüße. Ich hab jetzt noch schnell eine kleine Leseprobe dazu geschrieben.
Beste Grüße, Ralph |
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Forum für Books on Demand bzw. BOD Autoren » Buchvorstellung: Belletristik
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