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Forum für Books on Demand bzw. BOD Autoren » Schreibwerkstatt » Wörtliche Rede in der wörtlichen Rede
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Wörtliche Rede in der wörtlichen Rede

BeitragVerfasst am: 07.08.2007, 08:00
g.c.roth (Moderator)
 
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WohnortEmden


Guten Morgen,
ich arbeite gerade an einem Text, in dem Person A, Person B erzählt, was Person C gesagt hat.
Jetzt habe ich ein Problem mit der Zeichensetzung, kann mir jemand helfen?

Hier kommt der Text:
Zitat:
„Alle fragten nach dem ‚Warum’?. Keiner fragte, ob es wahr ist!“ sagte Sven mit vorwurfsvollem Gesichtsausdruck und setzte sich an den Rand seines Grabsteins, an dem der alte Totengräber lehnte und gerade seine Flasche ansetze. Mit der Hand klopfte Sven sich noch einige Erdkrümel von seinen zerrissenen Jeansresten, während er weitersprach: „Warum springt ein 14jähriger vor einen fahrenden Zug?“, haben sie gefragt. Und: ‚Was für eine grausige Vorstellung’. Sie zerrissen sich heuchlerisch die Mäuler und flüsterten kopfschüttelnd: ‚unfassbar’ und gruselten sich in heimlicher Bewunderung. Wenn es so unfassbar war, wieso hat keiner gefragt, ob es nicht ganz anders gewesen sein könnte – begreiflicher, fassbarer?"


LG Grete

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Individuelle Buchcover zu fairen Preisen: http://www.satzstudio-roth.de

Verfasst am:
 


Re: Wörtliche Rede in der wörtlichen Rede

BeitragVerfasst am: 07.08.2007, 08:38
hawepe
 
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Beiträge1557
WohnortBerlin


Hallo Grete,

roth hat Folgendes geschrieben:
„Alle fragten nach dem ‚Warum’?. Keiner fragte, ob es wahr ist!“, sagte Sven mit vorwurfsvollem Gesichtsausdruck und setzte sich an den Rand seines Grabsteins, an dem der alte Totengräber lehnte und gerade seine Flasche ansetze. Mit der Hand klopfte Sven sich noch einige Erdkrümel von seinen zerrissenen Jeansresten, während er weitersprach: „Warum springt ein 14jähriger vor einen fahrenden Zug?“, haben sie gefragt. Und: ‚Was für eine grausige Vorstellung.’(folgenden Punkt loeschen). Sie zerrissen sich heuchlerisch die Mäuler und flüsterten kopfschüttelnd: ‚unfassbar’ und gruselten sich in heimlicher Bewunderung. Wenn es so unfassbar war, wieso hat keiner gefragt, ob es nicht ganz anders gewesen sein könnte – begreiflicher, fassbarer?"


Wo ich geschrieben habe, Punkt loeschen, ist es meiner Meinung navh interpretationssache. Gehoert der Punkt zum Zitat, gehoert er in die Anfuehrungszeichen, sonst dahinter. Ich wuerde ihn aus optischen gruenden hineinsetzen. Eine Verdoppelung waere dagegen nicht korrekt, weil Punkte nicht wiederholt werden.

Alles nach den seit dem 1.8.2006 geltenden amtlichen Regeln.

Beste Gruesse,

Heinz.

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Reisefuehrer Bulgarien, Slowakei: http://www.erlebnis-osteuropa.de
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BeitragVerfasst am: 07.08.2007, 09:03
g.c.roth (Moderator)
 
Anmeldedatum01.05.2007
Beiträge1323
WohnortEmden


Danke Heinz,
für die schnelle Antwort!

LG Grete

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BeitragVerfasst am: 07.08.2007, 09:34
wgbajohr (Moderator)
 
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Beiträge449
WohnortHamburg


Hallo Grete!

Überwiegend stimmt meine Vorstellung mit Deiner Zeichensetzung überein.

Zitat:
„Alle fragten nach dem Warum?. Keiner fragte, ob es wahr sei!“ sagte Sven mit vorwurfsvollem Gesichtsausdruck und setzte sich an den Rand seines Grabsteins, an dem der alte Totengräber lehnte und gerade seine Flasche ansetze. Mit der Hand klopfte Sven sich noch einige Erdkrümel von seinen zerrissenen Jeansresten, während er weitersprach: „'Warum springt ein 14jähriger vor einen fahrenden Zug?', haben sie gefragt. Und: ‚Was für eine grausige Vorstellung’. Sie zerrissen sich heuchlerisch die Mäuler und flüsterten kopfschüttelnd: ‚Unfassbar’ und gruselten sich in heimlicher Bewunderung. Wenn es so unfassbar war, wieso hat keiner gefragt, ob es nicht ganz anders gewesen sein könnte – begreiflicher, fassbarer?"


Grün heißt, irgendetwas wurde geändert.

Das Warum sollte keine Anführungszeichen haben, da keine wörtliche Rede wiedergegeben wird.
Der Indikativ ist ist nicht falsch, aber ich würde den Konjunktiv sei zur Kennzeichnung indirekter Rede bevorzugen.

Original-Rede: "Warum springt ein 14jähriger vor einen fahrenden Zug?“, haben sie gefragt.

Wiedergegebene Original-Rede: ... während er weitersprach:"'Warum springt ein 14jähriger vor einen fahrenden Zug?', haben sie gefragt."

Viele Grüße

Wolf-Gero

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http://www.leistung-und-gesellschaft.de/

Verfasst am:
 


BeitragVerfasst am: 07.08.2007, 09:50
g.c.roth (Moderator)
 
Anmeldedatum01.05.2007
Beiträge1323
WohnortEmden


Danke Wolf-Gero,
das werde ich so ändern.
Zitat:
Keiner fragte, ob es wahr sei!


Zitat:
Wiedergegebene Original-Rede: ... während er weitersprach:"'Warum springt ein 14jähriger vor einen fahrenden Zug?', haben sie gefragt."


Das hab' ich noch nie gesehen, glaub ich. Geht es nicht auch so?:
Zitat:
Wiedergegebene Original-Rede: ... während er weitersprach:"'Warum springt ein 14jähriger vor einen fahrenden Zug?', haben sie gefragt."



LG Grete

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BeitragVerfasst am: 07.08.2007, 10:26
wgbajohr (Moderator)
 
Anmeldedatum08.04.2007
Beiträge449
WohnortHamburg


Hallo Grete!

Zitat:
Wiedergegebene Original-Rede: ... während er weitersprach:"'Warum springt ein 14jähriger vor einen fahrenden Zug?', haben sie gefragt."


Das hab' ich noch nie gesehen, glaub ich. Geht es nicht auch so?:
Zitat:
Wiedergegebene Original-Rede: ... während er weitersprach:"'Warum springt ein 14jähriger vor einen fahrenden Zug?', haben sie gefragt."


Entweder bin ich blind, oder ich habe die oft zitierten Tomaten auf den Augen, aber ich sehe keinen Unterschied.

Generell werden solche seltsam aussehenden Fälle wohl auch vermieden, indem man die Sätze entsprechend umbaut. Wörtliche Rede innerhalb einer wörtlichen Rede sollte nach Möglichkeit immer nur einen kleinen Teil ausmachen, sonst kommt es zur eigenartigen Wirkung.

A sagt: "Heute ist Dienstag, und das steht ja wohl fest. Trotzdem wollte mich heute Morgen jemand verwirren, indem er behauptete: 'Gestern war Sonntag, also muss heute Montag sein.' Darauf fiel mir keine passende Antwort ein, deshalb zeigte ich ihm das Datum auf der Tageszeitung. Habe ich nicht recht?"

Das Zusammentreffen von " und ' wirkt unschön.

A sagt:"B behauptete: 'Heute muss Montag sein.'"

A sagt:"'Heute muss Montag sein', behauptete B."

LG Wolf-Gero

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BeitragVerfasst am: 07.08.2007, 10:32
Bärentante
 
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Da kann ich noch eine Version anbieten. Wink

Alle fragten nach dem Warum.
Ist doch keine Frage, wozu das Fragezeichen? Ich würde es umbauen. Alle fragten sich, warum er das getan hatte.

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Liebe Grüße
Christel

BeitragVerfasst am: 07.08.2007, 10:36
hwg (Moderator)
 
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WohnortA 8786 Rottenmann


Ein alter Ratschlag: Ist etwas zu kompliziert geraten, gilt es, nach einer einfacheren Lösung zu suchen, vor allem dem Leser zuliebe! Laughing

BeitragVerfasst am: 07.08.2007, 12:16
g.c.roth (Moderator)
 
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Beiträge1323
WohnortEmden


Wolf-Gero, du bist weder blind, noch hast Du Tomaten auf den Augen.
Das trifft dann wohl eher auf mich zu. Ich hatte ein Häkchen in deinem Beispiel übersehen... redface (...hätte schon längst wieder eine neue Brille kaufen müssen...habe aber keine Lust auf die Prozedur)

Habe mich entschlossen, den Absatz noch einmal zu überarbeiten, zumal es der Einstiegstext ist. Ist dann aber auch der einzige Absatz in dieser Form, der Rest wird in Ich-Form erzählt.

Euch allen Dankeschön, für die Anregungen!!!

LG Grete

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BeitragVerfasst am: 07.08.2007, 14:43
julia07
 
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Hallo zusammen,

auch ich habe durch diese Ausführungen grammatikalisch was dazu gelernt. Danke allerseits! Toll diese Informationen - viel praxisnäher, als all die Bücher, die zuhause so herumstehen Very Happy


Grete,
dein Text hat mich (inhaltmäßig) richtig neugierig gemacht, denn ich frage mich jetzt natürlich, wer dieser 'Sven' ist, und warum er an 'seinem' Grabstein sitzt, an dem auch noch der Totengräber lehnt Confused: Ist das eine Grusel- oder Horrorgeschichte?

LG, Julia

BeitragVerfasst am: 07.08.2007, 15:40
g.c.roth (Moderator)
 
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Beiträge1323
WohnortEmden


Hallo Julia,
es geschieht etwas Grausiges, aber ich würde nicht sagen, dass es eine Grusel- oder Horrorgeschichte ist, weil sie aus realistischen Elementen bestehen. Wie bei allem was ich schreibe, ist immer ein reales Ereignis der Drehpunkt.

Nachdem mein letztes Buch zu 80% die Ereignisse im Leben mit einer dicken Tüte Humor darstellt, schreibe ich jetzt an einigen Kurzgeschichten, die hinter die humorige Maske gucken und da siehts oft nicht so lustig aus. Sind aber keine Geschichten die ihr Los bejammern, eher auf die spannende Art. Denn es ist immer spannend, in die Abgründe menschlichen Denkens und Handelns abzutauchen.
Mehr kann ich nicht verraten. Hab die Erfahrung gemacht, dass meine Geschichten sich weigern, ans Licht zu kommen, wenn ich sie preisgebe, bevor sie fertig sind.

LG Grete

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BeitragVerfasst am: 07.08.2007, 16:37
julia07
 
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Wohnort87700 Memmingen


Toll, solche Geschichten!
Da freue ich mich schon jetzt drauf.
Das ist dann was für Winterabende mit Glühwein und Kaminfeuer Wink
LG, Julia

BeitragVerfasst am: 02.10.2007, 13:19
Paddy
 
Anmeldedatum30.09.2007
Beiträge16


Ist zwar schon etwas älter, aber sei es drum...

Die wörtliche Rede bezieht sich auf Sven und alles was er sagt kommt nur in einen "..." Konstrukt, also:

"Alle fragen nach dem Warum; keiner fragt ob es war sei", sagte Sven...
Wörtliche Rede in der wörtlichen Rede
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