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Hyperhidrosis - krankhaftes Schwitzen
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Forum für Books on Demand bzw. BOD Autoren » Meinungspool » Wohin mit den "Alten" Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4  Weiter
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BeitragVerfasst am: 07.01.2008, 20:22
arno63
 
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q.c. Roth schreibt:

Wenn der Medizinische Dienst kommt, werden die Alten entsprechend hergerichtet und manches wunderliche geschieht! Täten sie das nicht, würden Pflegegelder gestrichen. Das ist der Skandal

Der Medizinische Dienst überprüft den individuellen Einzelfall, der gar nichts mit dem Pflegeheim zu tun hat. Dieser Dienst überprüft nicht das Heim, das interessiert ihn gar nicht, er ist da im Dienste der Kassen, meist ein naher Arzt. Das Heim kann nichts aufhübschen, wäre auch dumm, denn für eine höheren Pflegestufe wird mehr gezahlt.

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Manche haben eine so dicke Haut, dass sie ohne Rückgrad aufrecht stehen können.

Verfasst am:
 


BeitragVerfasst am: 07.01.2008, 20:30
g.c.roth (Moderator)
 
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WohnortEmden


Entschuldige bitte Arno,
aber ich habe es selber erlebt und von der Heimleitung(!) erklärt bekommen.
Möglicherweise nennt sich der Kontrollverein für die Heime wieder anders, dass ich da die Zuständigkeit verwechselt habe.

Du hast aber Recht, der Medizinische Dienst handelt im Auftrag der Kassen und versucht z.Zt. chronisch kranke Menschen mit Papierkram davon zu überzeugen, dass sie wahrscheinlich gar nicht chronisch krank sind, weil das viel zu teuer ist!
Ich sag da mal besser nichts mehr zu.... mir wallt das Blut!

LG Grete

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BeitragVerfasst am: 07.01.2008, 20:51
arno63
 
Anmeldedatum12.12.2007
Beiträge176


Macht nichts, Grete

eine Kontrollinstanz für Heime ist natürlich etwas ganz anderes. Da können die Heime oberflächlich natürlich einiges aufhübschen, aber Grundlegendes können sie auch nicht verbergen, wie die jüngsten Vorkommnisse ja gezeigt haben.

Es ist richtig, dass die Kassen natürlich versuchen, auf eine niedrigere Pflegestufe einzustufen. Es kommt da immer auch auf den mit dem Medizinischen Dienst beauftragten Arzt an, ob er denn genauer untersucht oder sich mit den Aussagen des Pflegepersonals zufrieden gibt. Viele Patienten tun in dem Moment auch fitter als sie wirkliche sind, da sind dann die Angehörigen gefragt, die anwesend sein dürfen.
Im übrigen kann Einspruch gegen die Einstufung der Pflegestufe eingelegt werden.

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Manche haben eine so dicke Haut, dass sie ohne Rückgrad aufrecht stehen können.

BeitragVerfasst am: 07.01.2008, 23:11
arno63
 
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Beiträge176


Ich möchte die Sicht von dbs-Siegfried unterstützen.

Die meisten hier haben eine durchaus verständliche, aber sozial-und familienromantische Sicht.
Die Großfamilie ist schon lange passé und auch sie war ja nur in gutbürgerlichen Verhältnissen so gestaltet, dass die Alten evtl. geachtet und umsorgt waren. Zu bedenken ist hier auch, dass die Frauen meist Hausfrauen waren und sich kümmern konnten.
Die Alten starben auch sehr viel früher, die medizinische Versorgung war noch unvollkommener, so dass Pflegefälle weit weniger auftraten.

Die kranken Alten sind das heutige Problem und da wiederum die Pflegefälle. Rüstige Omas oder Opas im Haus zu haben, ist meist kein Problem. Sie können eine Bereicherung sein, ohne Frage. Sobald eine Pflege nötig ist, beginnt es aber.

Wer sich mal in den entsprechenden Foren um“hört“, wird immer wieder auf verzweifelte Angehörige stoßen, die nach einem halben Jahr mit den Kräften am Ende sind, wenn sie zu Hause pflegen, auch wenn sie die Chance haben, nicht berufstätig zu sein. Auch wenn ambulante Pflegedienste eingespannt werden, was meistens notwenig ist, ist es ein 24-Stunden-Job. Da erleiden viele Nervenzusammenbrüche, an eigenes „Leben“ ist nicht mehr zu denken. Dass weitere evtl. vorhandene Angehörige mithelfen, ist oft auch illusorisch, meist bleibt es an einem Einzigen hängen, Kinder helfen selten oder sehr ungern mit – und Nachbarn? Forget it!

Dass der Staat eine häusliche Pflege unterstützt, ist klar. Im Schwerstpflegefall braucht er nur etwas über 500 Euro zu zahlen, im Heim muss die Pflegekasse 1432 Euro blechen.

Übrigens: Was noch kaum angesprochen wurde, ist die Verantwortung der Alten selbst gegenüber ihren Nachkommen. Nicht nur die Kinder haben eine Verantwortung, auch die Eltern gegenüber der Lage ihrer Kinder. Wenn ich Kinder großziehe, ist das ja bei weitem nicht nur eine Plage, sondern in erster Linie eine Freude. Im Alter dann eine häusliche Pflege oder Versorgung als zwingende moralische Gegenleistung für die ach so schwere „Aufzucht“ der Kinder einzufordern, ist einfach egoistisch.
Wirklich verantwortliche „Alte“ informieren sich möglichst rechtzeitig über einen Platz in einem Alten- und Pflegeheim und sind auch verständnisvoll gegenüber der Lage ihrer Kinder.
Denn in der intensiven häuslichen Pflege und auch schon vorher gehen sich die „Parteien“ oft erheblich auf die Nerven. Die „Alten“ werden mitunter unleidlich oder sogar oft dement und damit zum Horror der sie evtl. aufopfernd Pflegenden.
Wer das als Angehöriger auf längere Zeit aushält, ist konstitutionell und psychisch-moralisch begnadet oder abgestumpft.
Eine rechtzeitige Verbringung in ein Altenheim ist so nur verantwortungsvoll.

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Verfasst am:
 


BeitragVerfasst am: 07.01.2008, 23:48
Gerhard
 
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arno63 hat Folgendes geschrieben:
Übrigens: Was noch kaum angesprochen wurde, ist die Verantwortung der Alten selbst gegenüber ihren Nachkommen. Nicht nur die Kinder haben eine Verantwortung, auch die Eltern gegenüber der Lage ihrer Kinder. Wenn ich Kinder großziehe, ist das ja bei weitem nicht nur eine Plage, sondern in erster Linie eine Freude. Im Alter dann eine häusliche Pflege oder Versorgung als zwingende moralische Gegenleistung für die ach so schwere „Aufzucht“ der Kinder einzufordern, ist einfach egoistisch.


Warum?? Ist es nicht genau so egoistisch, wenn die Kinder sagen: "Du alter Knacker, geh ins Altersheim und nerve uns nicht"? Das ist für mich ein weit größerer Egoismus. Und, wie degeneriert sind wir eigentlich schon geworden, wenn wir alte Menschen am Ende ihres Lebens ins Heim abschieben? Warum schafft es eine zivilisierte Gesellschaft nicht, was JEDER Indianerstamm am Amazonas und anderswo hinbekommt? Dort werden alte Menschen im Kreise der Familie gepflegt.

arno63 hat Folgendes geschrieben:
Die „Alten“ werden mitunter unleidlich oder sogar oft dement und damit zum Horror der sie evtl. aufopfernd Pflegenden.
Eine rechtzeitige Verbringung in ein Altenheim ist so nur verantwortungsvoll.


Wow, ein Mensch, der vielleicht merkt, dass seine Kräfte nachlassen und der vielleicht den Tod vor Augen hat und DESHALB unleidlich wird, den schieben wir einfach ab. Wow!! Und das nennt sich Zivilisation.

Liebe Grüße
Gerhard

BeitragVerfasst am: 08.01.2008, 09:24
matthiasgerschwitz
Gast
 


@ arno63: Finger weg vom Kinderkriegen. Dann muss Dich auch später niemand abschieben.

Kopfschüttelnd
Matthias

BeitragVerfasst am: 08.01.2008, 09:56
Amos
 
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Dazu heute abend ZDF 22 Uhr 15
37 Grad anschauen.
Gruß Amos

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BeitragVerfasst am: 08.01.2008, 10:09
g.c.roth (Moderator)
 
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Zitat:
Die kranken Alten sind das heutige Problem und da wiederum die Pflegefälle. Rüstige Omas oder Opas im Haus zu haben, ist meist kein Problem. Sie können eine Bereicherung sein, ohne Frage.


Diese Aussage macht deutlich, wo der Denkfehler liegt.
Nicht die kranken Alten sind das Problem, sondern die gesunden Jungen, die nicht bereit sind, auch die nicht so angenehmen Teile des Lebens anzunehmen.
Das entspricht genau dem Klischee von: immer jünger, immer schneller, immer mehr, immer mehr, immer nur ich...es endet aber in einer Sackgasse.
Wer so denkt, hat noch nicht gemerkt, dass echtes und ganzheitliches Leben genauso viel Verzicht und Mühsal beinhaltet wie Lust und Freude. Die Mischung macht ein erfülltes Leben. Und miteinander Probleme tragen ist dann ein soziales Leben.
Natürlich habe ich als erwachsenes Kind eine Fürsorgepflicht meinen Eltern gegenüber und das nicht nur, solange sie mir nützlich sind. Es ist ein Geben und Nehmen. Da ist die Kosten-/Nutzenrechnung fehl am Platze.

Zitat:
... häusliche Pflege oder Versorgung als zwingende moralische Gegenleistung für die ach so schwere „Aufzucht“ der Kinder einzufordern, ...


Nein, nicht als Gegenleistung, sondern freiwillig aus Respekt vor dem gemeisterten Leben und aus der Erkenntnis, dass man endlich Gelegenheit hat, ein wenig von der Geborgenheit und Zuwendung die man erfahren hat zurückgeben zu können. Eine wunderbare Erfahrung von unschätzbarem Wert. Nicht nur die Alten profitieren davon! Und ich weiß wovon ich Rede. Das hat nichts mit Romantik zu tun, das ist Fakt.

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BeitragVerfasst am: 08.01.2008, 12:23
hwg (Moderator)
 
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WohnortA 8786 Rottenmann


Wenn ich die Diskussion hier verfolge, kommt mir der Gedanke:
Was werde ich wohl tun im Falle einer Pflegenotwendigkeit? So
wie viele andere Leute lebe ich solo, habe keine Vorfahren mehr
und auch keine Nachfahren. "Familienexperten" werden wohl
sagen: Selber schuld. Hättest heiraten und Kinder zeugen sollen.
Doch wenn auch dieses Familienidyll trügerisch ist, wie man auch
hier lesen kann? Da gilt dann wohl: Hilf dir selbst, dann hilft dir
Gott oder so ähnlich... Schöne Zukunft des Alterns! Rolling Eyes

BeitragVerfasst am: 08.01.2008, 13:30
Rita Hajak (Moderator)
 
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Arno63 schreibt:

Die kranken Alten sind das heutige Problem und da wiederum die Pflegefälle. Rüstige Omas oder Opas im Haus zu haben, ist meist kein Problem. Sie können eine Bereicherung sein, ohne Frage. Sobald eine Pflege nötig ist, beginnt es aber.

Bei diesem Gedankengang fehlt die Liebe und Achtung zu den alten Menschen.Wenn sie auch noch im Alter Kuchen backen und eifrig mithelfen, sind sie Willkommen. Wenn sie dann gebrechlich werden, müssen sie weg. Diese "Opferbereitschaft" ist zu groß.

Ich kann nur den Kopf schütteln. Sind uns unsere Eltern z.B. nicht mehr wert? Sie haben doch auch uns in schweren Zeiten durch alle Kinderkrankeiten gebracht, waren für uns da.

Ich weiß aus Erfahrung wie gut es den pflegebedürftigen Menschen tut, bei der Familie zu sein. Ich habe ein Jahr lang meine schwerkranke Mutter bis zu ihrem Tod gepflegt, obwohl mir der Arzt immer riet, meine Mutter in ein Hospiz zu geben. Ich habe mich geweigert. Zum Glück. Ich würde es wieder tun.


LG, Rita

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„Fantasie haben heißt nicht, sich etwas auszudenken, es heißt, sich
aus den Dingen etwas zu machen.“
Thomas Mann

www.ritahajak.de Wieder mal neu

BeitragVerfasst am: 08.01.2008, 13:53
SandraR
 
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Arno 63, ich nehme mal an 63 ist der Jahrgang? Fein, ich habe den Jahrgang 62, damit haben wir eine enorme statistsche Lebenserwartung. Ich als Frau weit ueber 80, Du zumindest im ersten Drittel Deiner 80er. Beide haben wir schon in etwa die Haelfte unseres statistischen Lebensalters ereicht, und jetzt ? Moechtest Du dass man Dich mit 80 in ein Alters oder Pflegeheim abschiebt? Das ist nicht mehr so lange hin, bis dorthin. Weisst Du welche Krankheiten Du mit 80 haben wirst? Wie gut Du Dich bewegen kannst, ob Du Dich noch selber versorgen kannst? Zum einkaufen gehen, muss man laufen koennen und wenn Du dies nicht kannst? Ab mit Dir ins Altersheim? Also sorry, aber ich wuerde lieber vorher sterben (vor dem Altersheim). Im Altersheim moechte ich mein Leben sicherlich nicht beenden und auch nicht Pflegeheim.
Wenn ich dies aber bereits Heute weiss, bedeutet dies, dass ich mich nicht gegen die Pflege selbst meiner boesen Schwiegermutter wehren wuerde, obwohl ich die Dame wirklich nicht ausstehen kann. Es ist aber ein Mensch und wenn es eines Tages noetig waere eben ein gebrechlicher Mensch, der das Recht hat in Wuerde seine letzten Tage zu leben. Warum ich die Dame obwohl ich sie nicht mag, trotzdem pflegen wuerde? Weil ich das gleiche fuer mich auch wuenschen wuerde, wobei ich hoffe, dass mir ein solches Ende erspart bleibt und ich einfach mal friedlich eines Morgens ende 70 nicht mehr aufwachen werde.

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russland-buecher.ru

BeitragVerfasst am: 08.01.2008, 19:05
CeKaDo
 
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WohnortSchwelm


Vorsicht damit, die Schuld auf die heutige Jugend zu schieben!

Denn wer hat sie so erzogen? Sie sich selbst? Wohl kaum.

All die jungen Leute, die heute in Streß und Hektik leben, wurden von Menschen erzogen, die sich heute darüber aufregen. Die Menschen, die mich später ehren und respektieren sollen, erziehe ich selbst!

Wenn nun jemand mit dem Argument kommt "Aber meine Kinder sind anders als diejenigen, die durch die Welt hetzen." dann ist auch das kein Argument für mich. Denn wir alle nehmen Einfluß auf jedes Kind, jeden Jugendlichen, jeden jungen Erwachsenen, dem wir täglich begegnen. So wie wir uns verhalten, werden wir beobachtet. Überall, wo wir auf andere Menschen treffen, beeinflussen wir sie.

Versuche, die Alten selbst zu respektieren und zu lieben, dann lebst Du es vor, wie es sein soll.

_________________
"Nur Dumme trauen sich alles!"

http://www.uebernaechtliches.de

Der Blog zum CeKaDo: http://www.tagesblog.de

BeitragVerfasst am: 09.01.2008, 10:07
dbs
Gast
 


Gerhard hat Folgendes geschrieben:
Warum schafft es eine zivilisierte Gesellschaft nicht, was JEDER Indianerstamm am Amazonas und anderswo hinbekommt? Dort werden alte Menschen im Kreise der Familie gepflegt.


Ist das wirklich so? Ich kenne aus vielen Erzählungen ganz andere Dinge. Dort ziehen sich die Alten irgendwann von ihrem Stamm zum Sterben in die Wildnis zurück, weil sie - das klingt jetzt hart - zur Last für den Stamm wurden. Insbesondere unter Nomadenstämmen war das ziemlich gebräuchlich, wenn die Alten mit dem Stamm nicht mehr Schritt halten konnten.

LG
Siegfried

BeitragVerfasst am: 09.01.2008, 10:25
dbs
Gast
 


hwg (Moderator) hat Folgendes geschrieben:
Wenn ich die Diskussion hier verfolge, kommt mir der Gedanke:
Was werde ich wohl tun im Falle einer Pflegenotwendigkeit?


Ich persönlich hoffe da für mich auf zwei Möglichkeiten:

a) sozialverträgliches Wegsterben

b) geistige Umnachtung, um das Elend zumindest nicht bewusst mitzubekommen

Möglichkeit a) heißt, man landet mit dem Auto an einem Baum, fällt tot um, stirbt im Schlaf (etc. pp.), bevor der geistige und körperliche Verfall so weit fortgeschritten ist, dass man z. B. sich auf dem Weg zur Toilette verirrt oder es nicht mehr rechtzeitig aus dem Bett schafft.

Möglichkeit b) erlebe ich derzeit bei meiner Schwiegermutter (Jahrgang 1922), die schwer dement ist, niemanden mehr erkennt (selbst ihre eigenen Kinder nicht) und sich geistig irgendwo im Jahr 1938 bewegt. Die Demenz ist inzwischen so stark, dass sie nicht mehr am tagesaktuellen Leben teilnehmen kann, sämtliche "Sanitär-Funktionen" (ich nenne das mal so) ausgefallen sind und sie seit neuestem auch keine Hunger- oder Durstgefühle mehr entwickelt. Essen und Trinken muss ihr förmlich aufgezwungen werden. Ich kann nur hoffen, dass sie von ihrem Zustand bewusst nichts mitbekommt (vermutlich ist sie in ihrer Welt ein 16jähriges Mädchen) und dass sie in einem Stift lebt und betreut wird - und dies vermutlich noch zehn Jahre lang (in der Familie werden die Frauen alle sehr, sehr alt). Dieser Zustand oder den eigenen Verfall bewusst zu erleben, das ist für mich ein Horrorszenario. Dann doch lieber Möglichkeit a)

LG
Siegfried

BeitragVerfasst am: 09.01.2008, 12:33
arno63
 
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Die Reaktionen auf mein letztes Posting hatte ich erwartet.

Nicht erwartet hatte ich, dass Zitate aus dem Zusammenhang gerissen werden und dann auch noch als meine Meinung hingestellt werden. Ich habe lediglich auf einiges hingewiesen und es ging mir um die schweren Pflegefälle, denn die Diskussion leidet unter Pauschalierung.

Ich ziehe natürlich vor jedem den Hut, der in diesem Falle die Mutter oder den Vater aufopfernd Tag und Nacht pflegt und das möglicherweise jahrelang. Ich persönlich möchte aber nicht, dass meine Tochter oder Schwiegertochter mir den Po abwischt oder mich 3x am Tage füttert (denn meist bleiben diese Dinge ja „Aufgabe“ der Frauen). Ich möchte auch nicht, dass jemand seine gesamte Zeit für mich opfert, auch wenn er das gerne täte.

Ich sehe daher die Verantwortung der „Alten“ mehr gefragt als die der „Jungen“.
Im übrigen sind diese „Jungen“ ja heutzutage auch schon oft nahe dem Rentenalter, wenn die „Alten“ intensiv pflegebedürftig werden. Es ist zunehmend so, dass das „Kind“ dann schon um die 60 ist.

Noch eins: „Altersheim“ scheint hier als Horrorwort herumzugeistern, eingebettet in die Denk-Tabuzone „Hohes Alter“. Sie sind aber viel besser als ihr Ruf, der in den Medien durch Negativmeldungen noch mehr ramponiert wurde. Nach meinen Erfahrungen, die natürlich nur ortsgebunden sind, kümmert man sich gut und es gibt viele „Freizeit“angebote.
Es ist auch nicht so, dass die Bewohner völlig von ihren Familien getrennt sind, denn meist wird ein Altenheim in der Nähe der Familie gewählt und ständiger Kontakt ist gegeben. Ich habe mit einigen gesprochen und sie gaben an, entweder aus eigenem Entschluss ins Heim gegangen zu sein, um ihren Kindern nicht zur Last zu fallen – oder in der Wohnung der Kinder war kein Raum für sie vorhanden.

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